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65-nm-Chips sollen Ausfallrate der Xbox 360 verringern

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Während Microsoft von offizieller Seite keinerlei Angaben darüber macht, ob die "inakzeptabel hohen" Ausfallraten der Xbox 360 einem grundsätzlichen Fehler im Hardware-Design oder schlampiger Verarbeitung zuzuschreiben sind, arbeiten die Redmonder derweil offenbar an einem kompletten Redesign der Konsole. Das zumindest behauptet Dean Takahashi, Autor des Buches "Opening the Xbox" in einem Artikel der Silicon-Valley-Tageszeitung San Jose Mercury News. Laut Takahashi werde Microsoft zum Herbst ein neues Hardware-Design der Konsole vorstellen, das intern unter dem Namen "Falcon" läuft.

Falcon nutzt einen neuen Fertigungsprozess, der es erlaubt, den Grafikchip von AMD/ATI und den Hauptprozessor von IBM im 65-nm-Prozess statt bisher im 90-nm-Prozess herzustellen. IBM hatte bereits im März angekündigt, den Fertigungsprozess in seiner Chip-Fabrik in East Fishkill im US-Bundeststaat New York auf 65 nm umzustellen. Dort wird unter anderem auch der Cell-Prozessor für die Playstation 3 gefertigt. So soll auch der Energiehunger von Sonys Konsole durch den 65-nm-Prozess gezügelt werden.

In ein bis zwei Jahren könnte der Prozess dann auf 45 nm umgestellt werden, wodurch die Herstellungskosten und die Stromaufnahme weiter sinken würden. Das neue Falcon-Design würde es Microsoft laut Takahashi erlauben, das Netzteil zu verkleinern und möglicherweise sogar ins Gehäuse der Xbox 360 zu integrieren.

Die kleineren Chipstrukturen erlauben nicht nur eine günstigere Fertigung, sondern auch eine geringere Stromaufnahme, was sich positiv auf die Wärmeentwicklung im Gehäuse und den Geräuschpegel der Lüfter auswirkt. Vor allem die geringere Wärmeentwicklung soll die Zahl der Ausfälle mit dem "Red Ring of Death" (RROD) verringern. Derzeit behilft sich Microsoft damit, bei der Reparatur einen zusätzlichen Kühler in die Konsole zu schrauben, der über eine Heatpipe mit dem Grafikchip-Kühler verbunden wird. Als eine mögliche Fehlerursache vermuten Experten das auf der Platine verwendete bleifreie Lot, das wegen der häufigen Temperaturwechsel brüchig werden könnte.

Durch die Umstellung im Produktionsprozess erwartet Takahashi, dass Microsoft sein Ziel erreichen könnte, bis zum Juni 2008 mit der Xbox 360 Gewinn zu erzielen. Die Rücklagenbildung von rund einer Milliarde US-Dollar für zukünftige und bereits geleistete Reparaturen würde nur die Bilanz des Geschäftsjahres 2007 belasten. In den Folgejahren würden Reparaturkosten nicht mehr zu Lasten des Gewinns gehen.

Vor wenigen Tagen hatte Microsoft angekündigt, die Garantiezeit der Xbox 360 für Ausfälle mit dem Red Ring of Death (RROD), bei dem der Ring um den Einschaltknopf der Konsole rot blinkt, auf drei Jahre zu verlängern. Kunden, die bereits wegen RROD-Ausfällen Reparaturkosten gezahlt hätten, würden diese von Microsoft erstattet bekommen. Analysten schätzen, das der RROD derzeit jede dritte Xbox 360 früher oder später ereilt.

Siehe dazu auch:

(hag)

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