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75 Jahre Farbfernsehen

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Heute vor 75 Jahren, am 3. Juli 1928, führte der schottische Erfinder John Logie Baird (1888-1946) zum ersten mal eine Farbfernsehübertragung vor: man sah bunte Tücher, einen Polizeihelm und einen Mann, der seine Zunge herausstreckte. Einige Monate zuvor war dem genialen Tüftler Baird schon die erste Bildübertragung quer über den Atlantik von London nach New York gelungen. Baird war es auch, dem -- nach zunächst etwas merkwürdigen Patenten wie etwa "Untersocken" -- überhaupt als Erster Fernsehübertragungen gelangen (Oktober 1925), wobei die Bilder auf mechanischem Wege mithilfe von rotierenden Scheiben nach dem Scannerkonzept des deutschen Forschers Paul Nipkow zustande kamen. Ab 1929 produzierte Baird zusammen mit der Firma Plessey den Televisor, der ein Bild in schwarz/rot von 6 × 2 cm mit 30 Zeilen darstellen konnte und sorgte zusammen mit der BBC für regelmäßige Ausstrahlungen. Immerhin verkaufte er vom Televisor 1000 Stück zu einem Preis von 18 Pfund. Doch 1936 entschied sich die BBC gegen Baird für das System von Marconi-EMI mit 405 Zeilen. Ein Jahr zuvor hatte bereits in Deutschland die regelmäßige Fernsehausstrahlungen mit 180 Zeilen begonnen.

Die erste regelmäßige Farbfernsehausstrahlung gab es 1951 in den USA, doch das von CBS eingeführte Verfahren wurde zum Flop, da es inkompatibel zu dem bereits verbreiteten Schwarz/Weiß-Format mit 525 Zeilen war. Schon nach wenigen Monaten gab CBS wieder auf. Das National Television System Committee (NTSC) nahm sich der Sache an und konnte Ende 1953 mit einem kompatiblen Verfahren aufwarten, so wie es bis heute geblieben ist.

In Deutschland wurde eine besserer Variante namens PAL von dem Telefunken-Mitarbeiter Walter Bruch (natürlich in Hannover) entwickelt und dort auch am 3. Januar 1963 erstmals vorgeführt. Der reguläre Betrieb begann zur 25. Funkausstellung am 25. August 1967 mit dem historischen Knopfdruck von Willy Brandt und zwar mit der 25. Sendung "Der goldene Schuss", erstmals moderiert von Vico Torriani. (as)

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