8,3 Milliarden Euro Verlust: Softbank rutscht tief in die roten Zahlen

Der japanische Mischkonzern Softbank hat 2020 rund 8,3 Milliarden Euro verloren – unter anderem durch Investitionen in den Büroraum-Vermittler WeWork.

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(Bild: Shutterstock.com/Morumotto )

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Der Wertverlust von Beteiligungen vor und während der Corona-Krise haben den japanischen Mischkonzern Softbank noch tiefer in die roten Zahlen gerissen als ohnehin befürchtet. Unter dem Strich stand im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende März 2020 für die Aktionäre ein Verlust von 962 Milliarden japanischen Yen und damit umgerechnet rund 8,3 Milliarden Euro, wie Softbank am Montag anlässlich der Hauptversammlung in Tokio mitteilte.

Softbank-Chef und Tech-Mogul Masayoshi Son hatte vor allem für den Tech-Investitionsfonds "Vision Fund" hohe Verluste angekündigt. Diese beliefen sich nun auf 1,9 Billionen Yen, rund 16,4 Milliarden Euro, und waren damit ebenfalls etwas höher als zuletzt geschätzt.

Mit einem Volumen von rund 100 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 92,4 Milliarden Euro, ausgestattet war der von Softbank organisierte Fonds zum zahlungskräftigsten Technologie-Investor geworden. Entsprechend locker saß allerdings auch das Geld, und der Fonds setzte im vergangenen Jahr allein mit der missglückten großen Wette auf den Büroraum-Vermittler WeWork Milliarden in den Sand.

In der Coronavirus-Krise sanken zuletzt Aktienkurse und Bewertungen vieler Unternehmen. Softbank machte keine Angaben dazu, welche Investitionen wie zu dem Riesenverlust führten, nannte aber explizit gesunkene Bewertungen beim Fahrdienstvermittler Uber und WeWork.

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Softbank war in der Krise selbst deutlich unter Druck geraten und will in großem Stil Anteile im Wert von rund 41 Milliarden Dollar abstoßen, um mit dem Geld seine Schulden zu senken und Aktien zurückzukaufen. Derzeit soll Softbank in Gespräch mit der Deutschen Telekom stehen, weitere Aktien an dem fusionierten US-Mobilfunker New T-Mobile an den Bonner Telekommunikationskonzern abzugeben. Die Telekom wollte den Bericht nicht kommentieren.

Der Alibaba-Gründer Jack Ma scheidet derweil aus dem Verwaltungsrat von Softbank aus, wie es am Montag zudem hieß. Softbank ist auch am chinesischen Onlinehandelsriesen beteiligt und will früheren Medienberichten zufolge auch Alibaba-Anteile im Milliardenwert verkaufen. Die Alibaba-Beteiligung gilt als Tafelsilber bei Softbank, weil sie am Markt mehr wert ist als Softbank selbst. (olb)