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8 Millionen Dollar für Wikimedia und Co. [Update]

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Die Wikimedia Foundation hat eine positive Bilanz ihrer jüngsten Spendenkampagne gezogen: In den vergangenen acht Wochen kamen Spenden in Höhe von mehr als 8 Millionen US-Dollar (5,5 Millionen Euro) zusammen. Damit übertraf die Stiftung, die die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia und mehrere Schwesterprojekte betreibt, die angepeilte Spendenhöhe von 7,5 Millionen Dollar.

An der Spendenaktion beteiligten sich nach offiziellen Angaben 230.000 Einzelpersonen – 125.000 mehr als im Vorjahr. "Die meisten Spender sind nicht reich", erklärt Sue Gardner, Geschäftsführerin der Stiftung. "Es sind Schüler, Lehrer und Eltern – die Menschen, die die Wikipedia alltäglich nutzen und bereit sind, für den Fortbestand des Projekts zu zahlen." Nur mit Hilfe dieser Großzügigkeit sei es möglich, die Wikipedia am Laufen zu halten und dabei auf die Einbindung von Werbung zu verzichten.

Nach einem etwas verhalteten Start spülte besonders der jährliche Spenden-Appell von Wikimedia-Gründer Jimmy Wales Geld in die Kassen: Alleine am 16. Dezember nahm die Stiftung über 432.000 Dollar ein. Das Omidyar Network des eBay-Gründers Pierre Omidyar verdoppelte Spenden zwischen 100 und 10.000 Dollar und steuerte so eine halbe Million Dollar bei.

Der Budgetplan (PDF-Datei) für das laufende Geschäftsjahr sieht Ausgaben in Höhe von 9,4 Millionen Dollar vor. Größter Ausgabenposten ist die Technik, die mit insgesamt 3,3 Millionen Dollar zu Buche schlägt. 1,1 Millionen Dollar steckt die Stiftung in die Einwerbung neuer Spendengelder. 3,9 Millionen Dollar werden für andere Projekte wie das Bookshelf-Projekt aufgewendet, das hochwertige Lehrmaterialien zum Umgang mit Wikipedia erstellen soll.

Ein weiteres Großprojekt der Stiftung der Wikimedia Foundation konzentriert sich auf die Verbesserung der Usability der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte. Hier geht es jedoch eher langsam voran. So beklagen einige Wikipedianer die langsamen Fortschritte bei der Einführung gesichteter Versionen in der englischsprachigen Wikipedia, auch das neue Diskussionssystem LiquidThreads wird erst in kleineren Wikis ausprobiert. Um die Zukunft von Wikimedia in langfristigen Bahnen zu lenken, hat die Stiftung ein eigenes Strategie-Wiki aufgesetzt – das Feedback der Community ist aber noch eher verhalten.

[Update]:
Auch der Verein Wikimedia Deutschland verbuchte Rekordeinnahmen: Über 600.000 Euro kamen durch fast 20.000 Einzelspenden zusammen. Trotz der Proteste zu Beginn der internationalen Spendenkampagne verdoppelte sich das Spendenaufkommen nahezu im Vergleich zum Vorjahr.

Mit dem Geld will der gemeinnützige Verein unter anderem eine Initiative zur Förderung von Medienkompetenz an Schulen und einen Ausbau der Server-Infrastruktur in Amsterdam finanzieren. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeitsarbeit verbessert und Veranstaltungen wie die jährliche "Wikimedia Conference" organisiert werden, bei der Vertreter der weltweit tätigen Wikimedia-Organisationen zusammenkommen. Zur Umsetzung der vielfältigen Ziele hat der Verein drei neue Stellen ausgeschrieben. (anw)