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IFA

8K-TV von Samsung: Neuer Upscaling-Algorithmus für 33 Millionen Pixel

In Samsungs 8K-TVs soll ein neuer Upscaling-Algorithmus für sehr fein gezeichnete Videobilder sorgen. Fotos profitieren von den 33 Millionen Pixeln am meisten.

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(Bild: Samsung)

Samsung stellt auf der IFA große Fernseher mit 8K-Auflösung und 7680 × 4320 Pixeln vor. Die TVs sollen kurz nach der Messe in Berlin mit Diagonalen von 1,65 bis 2,15 m (65, 75 und 85 Zoll) in den Handel kommen. Erstmals hatte Samsung 8K-LCDs auf der CES im Januar gezeigt, seinerzeit aber weder Details noch einen Verkaufsstart oder einen Preis genannt. Das ist jetzt anders: Das kleinste der drei Q900-Modelle soll 5000 Euro kosten.

Geräte kleiner als 65 Zoll wird es mit der erweiterten ultrahohen Auflösung nicht geben – man würde die enorme Pixeldichte aus angemessenen Abstand zum Schirm ohnehin nicht bemerken. Allerdings erwartet Samsung, dass die Mehrzahl der in den kommenden Jahren gekauften 8K-TVs 65"-Geräte mit 1,65 Meter Diagonale sein werden. Ein Grund: In viele Wohnzimmer passt kein größerer Fernseher. Ein anderer: Aus den riesigen Glassubstraten der kommenden Gen-10.5-Fabriken lassen sich Panels mit 65 und 75 Zoll mit dem geringsten Verschnitt schneiden; diese zwei Größen sind also am preiswertesten zu fertigen.

65-zöllige TVs erreichen mit 8K-Auflösung eine Pixeldichte von 136 dpi; hier kann man sehr nahe ans Display heranrücken, ohne die Pixelstruktur zu bemerken. 4K-TVs mit 1,10 Meter Bilddiagonale (43") und ein 8K-TV mit 2,16 m Diagonale (85") haben dieselbe Pixeldichte. Die hohe Auflösung erlaubt sehr feine Farbübergänge und schräge Kanten ohne jegliche Treppenstufen. Bei kontraststarken Bildern entsteht ein leichter 3D-Effekt durch die extrem feine Zeichnung.

Das 85-Zoll-Modell soll eine Spitzenhelligkeit von 4000 cd/m2 erreichen; auch der Ton der Q900-Serie wird durch eine automatische Echtzeitanalyse optimiert.

(Bild: Samsung)

Da es kaum 8K-Inhalte gibt, liegt eine der Schlüsseltechniken für 8K-TVs im sogenannten Upscaling, also dem Hochrechnen von Bildern kleinerer Auflösung auf die 7680 × 4320 Pixel des 8K-Displays. Normalerweise schaut sich der Upscaling-Algorithmus hierfür die benachbarten Bildpunkte eines Pixels an und errechnet daraus mögliche Zwischenwerte.

Samsung nutzt für seine 8K-TVs nach eigenen Angaben einen anderen Ansatz: Jedes Bild wird Frame für Frame in Echtzeit auf seine Bestandteile untersucht und dann auf diese ein jeweils passender Filter angewendet. Die verschiedenen Filter hat Samsung vorab aus dem Vergleich von niedriger auflösenden Bildern mit einem 8K-Referenzbild entwickelt. Die Bildstrukturen und der zugehörige Filter wurden in einer Datenbank abgelegt, auf die die 8K-Fernseher beim Upscaling zugreifen. Die Filter werden von Samsung fortlaufend optimiert und die verbesserten Parameter auch nach dem Kauf per Firmware-Update auf die TVs gespielt.

Wir konnten uns das Ergebnis des Upscaling von 4K-, Full-HD- und SD-Material auf der IFA vorab anschauen: Mit 4K-Ausgangsmaterial war kaum ein Unterschied zu sehen. Beim Hochrechnen von niedrig aufgelöstem SD-Material, wie es beispielsweise DVDs liefern, war die Darstellung am 8K-TV angenehm scharf und hatte dank der zusätzlich angewendeten Rauschminderung und Detailverbesserung nur wenig Artefakte. Insgesamt leidet die Darstellung nicht unter der Skalierung, sonders profitiert eher davon. Ganz besonders dürfte sich das 8K-Display indes für die Fotowiedergabe eignen.

Von der nochmal vervierfachten Auflösung gegenüber 4K bringen Samsungs 8K-TVs alles mit, was ein Topgerät des Herstellers aktuell auszeichnet: Satte Farben dank Quantenpunkte im Backlight, hoher In-Bild-Kontrast dank lokal dimmbarem Direct-LED-Backlight, HDR10+, schickes Design mit transparentem Lichtleiterkabel, das den Schirm mit der One-Connect-Box verbindet und außer Videodaten auch den Strom zum LCD führt.

Die 8K-TVs aus Samsungs neuer Q900-Serie sollen 5000 Euro (65"), 7000 Euro (75") und 15.000 Euro (85") kosten. Das ist im Vergleich beispielsweise zu einem 75-Zöller mit 4K-Auflösung eine Menge Holz – letztere gibt es als Vorjahresmodelle bereits für unter 1500 Euro. Allerdings kosten neue Techniken bei Markteinführung zunächst immer viel, erfahrungsgemäß fallen die Preise dann aber schnell.

Außerdem laufen in den nächsten Jahren einige neue Gen-10-Fabriken an, wodurch mehr 8K-Panels verfügbar sein werden. Aktuell nutzt Samsung nach eigenen Angaben nur hauseigene Panels, will künftig aber auch Panels von anderen Herstellern einbauen, die womöglich günstiger sind. Samsung rechnet damit, dass 8K-TVs bis zum Jahr 2022 einen Marktanteil von etwa 5 Prozent erreichen. Vielleicht gibt es bis dahin ja auch mehr passende Inhalte. (uk)