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900.000 Dollar Strafe für nicht genehmigte Satelliten

Das US-Unternehmen Swarm muss dafür büßen, vier winzige Satelliten gestartet zu haben, obwohl die notwendige Lizenz verweigert worden war.

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Startende Rakete

Auf einen illegalen Satelliten-Start in Indien im Januar folgte ein legaler Start mit dieser SpaceX-Rakete im Dezember.

(Bild: SpaceX)

Nicht genehmigte Satelliten und Funkverbindungen haben dem US-Startup Swarm Technologies eine Strafzahlung von 900.000 US-Dollar (gut 787.000 Euro) eingebrockt. Das hat die FCC, die Telecom-Regulierungsbehörde der USA, am Donnerstag bekanntgegeben. Anfang des Jahres hatte Swarm vier winzige Satelliten von Indien aus ins All schießen lassen, und anschließend über eine Bodenstation in den USA Funkkontakt gehalten. Beides hatte die FCC aber ausdrücklich nicht genehmigt.

Die Behörde fürchtete, die Satelliten wären zu klein, um verlässlich mit Radar aufgespürt zu werden. Entsprechend könnten sie das Problem mit Weltraummüll verschärfen. Daher lehnte die FCC Anträge Swarms auf Betrieb der Bodenstation wie auch der Satelliten, die ebenfalls eine genehmigungspflichtige Funkeinrichtung darstellen, ab. Swarm ließ trotzdem vier SpaceBEE-Satelliten in eine Umlaufbahn bringen.

Im März bekam die FCC davon Wind und eröffnete ein Verfahren (Az. FCC 18-184). Dabei stellte sich heraus, dass Swarm schon im Vorfeld gegen US-Fernmelderecht verstoßen hatte. Funktests in einem Gebäude sowie zwischen Autos und Wetterballons hätten ebenfalls eine Genehmigung erfordert.

"Wir werden die Vorschriften, wonach Unternehmen vor Start und Betrieb von Kommunikationssatelliten sowie von Bodenstationen Genehmigungen der FCC einholen müssen, mit Nachdruck durchsetzen", sagte Rosemary Harold, Leiterin der Vollzugsabteilung der FCC, "Diese wichtigen Verpflichtungen schützen andere Betreiber vor Funkstörungen und Zusammenstößen, (was das Weltall sicherer macht)."

Swarm möchte ein Netzwerk aus winzigen Satelliten errichten, um Datenverbindungen auf der gesamten Erde anbieten zu können. Die Firma hat die Verstöße zugegeben, sich zur Zahlung der Pönale verpflichtet und auf Rechtsmittel verzichtet. Außerdem muss sie intern ein Programm zur Einhaltung des Fernmelderechts entwickeln und fünf Jahre lang diverse Berichte an die FCC erstatten. Darüber hinaus muss Swarm drei Jahre lang der FCC jeden Transportvertrag mit einem Raketenbetreiber sowie im Voraus jede Auslieferung eines Satelliten melden.

Am 3. Dezember konnte Swarm drei weitere Satelliten, SpaceBee-5, -6 und -7, ins All schießen lassen. Diesmal lag eine Genehmigung der FCC vor. Transportgerät war eine Falcon-9-Rakete von SpaceX, die gleichzeitig etwa 60 weitere Satelliten und zudem Kunstwerke sowie Urnen an Bord hatte. (ds)