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"A1 Reporter" gewinnt Open-Source-Ideenwettbewerb

Die Idee, Audio und Video mittels Handy ins Internet zu streamen und damit jedermann zum spontanen Live-Kommentator von Sportveranstaltungen und anderen Ereignissen zu machen, hat der Jury der "A1 InnovationDays" am besten gefallen. Der Prototyp eines "A1 (Sports) Reporter" bringt dem österreichischen Siegerteam um Franz Knipp eine Woche Pulverschneefahren in Tirol und die kostenlose Teilnahme an einer internationalen Konferenz.

Die Teilnehmer der "A1 InnovationDays".

Mit den "A1 Innovations Days" hatte der Mobilfunk-Netzbetreiber Mobilkom Austria Ideen für neue SIP- und IMS-Anwendungen sowie Open-Source-Programmierer zu deren Umsetzung gesucht. Fünf Teams hatten sich für das abschließende "Prototyping-Sprint-Event" im niederösterreichischen ehemaligen Kloster Und qualifiziert. Am Montag präsentierten die Teams die am Wochenende erarbeiteten Prototypen. Die Jury bestand aus je einem Vertreter des Veranstalters, des Forum Nokia, von Ericsson, strg.at und der ORF futureZone.

"A1 (Sports) Reporter" soll jeden Besitzer eines modernen Handys zu einem Reporter machen, der spontan Ereignisse kommentiert. Das können beispielsweise Sportveranstaltungen sein. Das Team nutzte die Software Movino Broadcasting für Symbian-Series-60-Mobiltelefone auf den Endgeräten. Der Movino Server wurde um einen Media Gateway samt SIP-Stack erweitert. So konnten Ton und Video vom Handy live ins Internet gestreamt werden.

Die Entwicklung ist nach nur einem Wochenende Programmier- und Testarbeit zwar noch weit von einer kommerziellen Applikation entfernt, doch könnte daraus eine jener bandbreitenhungrigen Anwendungen entstehen, die Netzbetreiber- und Ausrüster anstreben. Wie es mit der Software konkret weitergeht, ist offen. Die Programmierer haben jedenfalls Einiges zu diskutieren, zum Beispiel über einen Umstieg von Movino auf den Red5-Server.

Unter den Besuchern der Wettbewerbs-Website war das Thunderbird-Plugin BlueSIP für Unified Communications besonders beliebt. Die in Und gezeigte Software war bereits in der Lage, Anrufe über SIP zu initiieren und eingehende Verbindungen anzunehmen. Außerdem können Instant-Messaging-Nachrichten in mehrere gängige IM-Netze verschickt werden. Das Team rund um Gerald Silberschneider wird den Quellcode bei Origo veröffentlichen.

Das deutsche Berlinux-Team hatte an einer SIP-Erweiterung für Disko gearbeitet. Disko ist ein Open-Source-Framework, mit dem Medien-Applikationen für Embedded Devices entwickelt werden können. Mit der erarbeiteten Prototyp-Software können auf dem Board des Neuros-Media-Centers Anrufe angenommen und abgesetzt werden.

Das deutsch-polnische Team um die Hamburger Xnet zeigte einen automatischen Grüßdienst. Mac-OS-X-Nutzer sollen eine Audio-, Video- oder Textnachricht anfertigen und einen entsprechenden Eintrag im iCal-Kalender anlegen könen. Zur eingestellten Zeit wird die Nachricht dann mit dem iSoft-Phone an den Adressaten übermittelt. Das Script soll sich auch für den Einsatz auf anderen Betriebssystemen eignen. Außer einem Termineintrag soll auch der Aufenthalt des Empfänger an einem bestimmten Ort die Nachrichtenübermittlung auslösen können.

Das fünfte Team, das wiederum aus Österreich kam, hatte sich der Entwicklung eines SIP-Website-Widgets verschrieben. Dabei soll die Verbindung zu jeweils einer einzelnen Rufnummer durch einen Klick in einem gängigen Browser hergestellt werden. Umgesetzt wurde das mit einem in Flash programmierten Client, der die SIP-Verbindung über einen Red5-Server aufbaut. Das Flash-Widget soll auch Informationen über die Anwesenheit und den Gemütszustand des Anzurufenden darstellen. Als mögliche Einsatzgebiete wurden persönliche Webseiten in sozialen Netzwerken, Adressbücher in Intranetzen oder Support-Websites genannt. (Daniel AJ Sokolov) ) / (Daniel AJ Sokolov) / (anw)

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