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AMD: Acht Kerne und 4 GHz kontra Intels Core i

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Mit der zweiten Generation der FX-Prozessoren (Codename Vishera) wagt sich AMD erneut über die Taktfrequenzmarke von 4,0 GHz hinaus. Diesmal nicht nur mit einem um die Hälfte seiner Kerne kastrierten Prozessor, sondern mit dem neuen Flaggschiff FX-8350 und acht Kernen. Darin kommen die Piledriver-Cores zum Einsatz, die AMD erst vor wenigen Wochen bei den Desktop-APUs eingeführt hat. Allerdings nutzen die Accelerated Processing Units (APUs) bereits die neue CPU-Fassung FM2, während AMD bei den neuen FX-Prozessoren ein letztes Mal in Athlon- und Phenom-Fussstapfen tritt und auf die betagte Fassung AM3+ setzt. Folglich bleibt es auch bei Hypertransport als Schnittstelle zum Chipsatz. Mainboards und Chipsätze gibt es keine neuen.

Die Piledriver-Kerne sollen etwas höhere Taktfrequenzen vertragen als ihre Bulldozer-Vorgänger und zudem pro Taktzyklus etwas schneller rechnen. Ansonsten ändert AMD wenig: Auch das neue Topmodell FX-8350 enthält vier CPU-Module mit je zwei Integer-Einheiten – im AMD-Jargon also acht Kerne – und 8 MByte L3-Cache. Die TDP liegt nach wie vor bei bei 125 Watt, aber der Nominaltakt klettert um 400 MHz auf 4 GHz. Per Turbo Core sind sogar bis zu 4,2 GHz drin.

Im Gefolge sind noch drei weitere FX-Chips mit etwas niedirgeren Taktfrequenzen respektive weniger Kernen. Allesamt segeln weiterhin unter der Black-Edition-Flagge, sprich haben einen frei einstellbaren Multiplikator. Auch wenn AMD den FX-8350 selbstbewusst gegen den Core i5-3570K von Intel positioniert, so reicht es nicht (mehr) für einen Listenpreis über der Marke von 200 US-Dollar. Zum Vergleich: Bei der (Wieder-)Einführung der FX-Prozessoren konnte AMD für das damalige Flaggschiff noch 245 US-Dollar aufrufen.

In CPU-lastigen Benchmarks landet der neue FX-8350 rund 15 Prozent vor seinem Vorgänger FX-8150, obwohl er nur rund 11 Prozent höher taktet. Dabei sinkt die Leistungsaufnahme sogar ein wenig. In der Effizienz-Disziplin Cinebench-Punkte pro Watt schneidet der FX-8350 somit 17 Prozent besser ab.

Dank seiner acht Kerne und der hohen Taktfrequenz kann der FX-8350 mit 6,94 Punkten im Cinebench sogar an Intels Core i5-3570K (5,99 Punkte) vorbeiziehen. Der hat allerdings nur vier Kerne und kein Hyper-Threading. Mit 7,55 Punkten ungefährdet bleiben unterdessen der Core i7-3770K und seine großen LGA2011-Geschwister mit sechs oder gar acht Kernen. Die Single-Thread-Performance ist auch weiterhin die Achillesferse der AMD-Prozessoren (1,1 kontra 1,59 Punkte).

Zudem erkauft AMD die Benchmark-Erfolge mit einer extrem hohen Leistungsaufnahme: So schluckte unser Testprozessor bis zu 168 Watt -- gemessen in der 12-Volt-Versorgungsleitung zwischen Netzteil und Mainboard. Selbst wenn man die Verluste der Spannungswandler auf dem Board großzügig kalkuliert, ist klar, dass die 125 Watt TDP pures Wunschdenken sind. Zum Vergleich: Während der FX-8350 0,046 Cinebench-Punkte pro Watt liefert, sind es bei Intels Core i5-3570K 0,097 und beim Core i7-3770K sogar 0,13.

[Update]Die Preise der alten FX-Prozessoren (Bulldozer-Ggeneration) hat AMD auf 101 bis 183 US-Dollar gesenkt (siehe Tabelle). [/Update]

AMD-Prozessoren der Serie FX für die Fassung AM3+
Typ Kerne1 Taktfrequenz nom. / Turbo L2-Cache L3-Cache TDP Preis alt Preis neu
Piledriver-Generation
FX-8350 8 4,0 / 4,2 GHz 8 × 1 MByte 8 MByte 125 W 195 US-$
FX-8320 8 3,5 / 4,0 GHz 8 × 1 MByte 8 MByte 125 W 169 US-$
FX-6300 6 3,5 / 4,1 GHz 6 × 1 MByte 8 MByte 95 W 132 US-$
FX-4300 4 3,8 / 4,0 GHz 4 × 1 MByte 8 MByte 95 W 122 US-$
Bulldozer-Generation
FX-8150 8 3,6 / 4,2 GHz 8 MByte 8 MByte 125 W 245 US-$ 183 US-$
FX-8120 8 3,1 / 4,0 GHz 8 MByte 8 MByte 125 W 185 US-$ 153 US-$
FX-6100 6 3,3 / 3,9 GHz 6 MByte 8 MByte 95 W 145 US-$ 112 US-$
FX-4170 4 4,2 / 4,3 GHz 4 MByte 8 MByte 125 W keine Angabe 122 US-$
FX-4100 4 3,6 / 3,8 GHz 4 MByte 8 MByte 95 W 115 US-$ 101 US-$
Preis bei Abnahme von 1000 Stück

(bbe)

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