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AMD Epyc 7002: Benchmark-Rekorde und viele neue Server

Der AMD "Rome" bricht über 80 Weltrekorde und lockt Server-Firmen an, die bisher Intel die Treue hielten.

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Lisa Su stellt Epyc 7002 vor

(Bild: c't/Roland Austinat)

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AMD feiert den Start der zweiten Generation der Epyc-Serverprozessoren: Nach Naples führen nun alle Wege nach Rome. "Mehr Leistung, weniger Kosten und mehr Flexibilität" fasst AMD-CEO Lisa Su das Ziel der Chipdesigner zusammen, die zwei Jahre nach dem ersten "Zen"-Serverprozessor nun den Nachfolger Epyc 7002 alias Rome mit Zen-2-Technik auf den Markt bringen.

In Dual-Socket-Servern ist Rome Benchmarks zufolge je nach Anwendung zwischen 50 bis 100 Prozent schneller als ein vergleichbares System mit Intels aktuellen Cascade-Lake-Xeons. Darüber freuen sich Kunden wie Twitter, die auf Rome aufrüsten und dann in einem Server-Rack 1792 statt 1240 Kerne unterbringen – bei gleicher Leistungsaufnahme und Kühlung.

AMD Technikchef Papermaster erklärt die Unterschiede zwischen Zen 1 und Zen 2

(Bild: c't/Roland Austinat)

AMD-Manager Forrest Norrod verglich Rome-Prozessoren mit 8, 32, 48 und 64 Kernen mit den entsprechenden Silber-, Gold- und Platinum-Varianten von Intels Xeon. Schon die 32er-Variante übertraf in AMDs Benchmarks wie CPU Spec 2017 Intels Top-Modell. Ähnlich sieht es bei Systemen mit nur einem Prozessor aus: Auch hier übertraf ein 32-Kern-Rome Intels Xeon-Platin-Variante, ein 64-Kern-Rome schlug sogar knapp ein Dual-Socket-System.

Auch bei den Preisen greift AMD an: Ein Epyc 7282 mit 16 Kernen schlägt mit 650 US-Dollar zu Buche und ist sowohl etwas günstiger als auch doppelt so schnell wie der 794 Dollar teure Xeon Silver 4215. Ein Epyc 7452 mit 32 Kernen kostet mit 2025 Dollar etwas mehr als ein Xeon Gold 6226 (1776 Dollar), ist jedoch mehr als doppelt so schnell. Im Duell der Giganten geht ein Epyc 7742 mit 64 Kernen auf einen Xeon Platinum 8280M los und ist erneut gut doppelt so schnell – kostet aber statt des 13.012 Dollar Listenpreises des Xeon nur 6.950 Dollar.

Epyc 7002 startet mit 80 Performance-Weltrekorden

(Bild: c't/Roland Austinat)

Nicht nur synthetische Benchmarks künden von der Leistungsfähigkeit der Zen-2-Architektur. AMD-Partner notierten in Anwendungsfällen aus HPC, Enterprise, Big Data und Cloud 80 Weltrekorde. Einige Anwendungen waren in San Francisco präsent, darunter doppelt so schnelle Strömungsberechnungen mit ANSYS Fluent, rund 70 Prozent schnellere Finite-Element-Analysen mit Altair RADIOSS und 1,6 Mal mehr simulierte Moleküle in GROMACS.

Rendering mit Blender läuft 1,9 Mal schneller, Microsofts SQL Server meldet 46 Prozent mehr Transaktionen pro Minute, während Cloud-Anbieter sich über 1280 statt 560 VMs pro Prozessor freuen – immer verglichen mit einem äquivalenten Intel-Chip. Videoproduzenten freuen sich über eine Demo von BEAMR: Auf dem Spitzenmodell Epyc 7742 lief 8K-Video-Encoding in Echtzeit ab.

AMDs Epyc-7002-Launch in San Francisco (35 Bilder)

(Bild: c't/Roland Austinat)

Über 60 Hardware-Partner setzen auf Rome. Dazu gehören Supercomputer von Cray, Dell und HPE. HPE baut für das HLRS in Stuttgart einen Epyc-Supercomputer mit 640.000 Kernen und 24 PFlops. Die HPE-Tochter Cray hat schon zwei gewaltige Aufträge für Epyc-Superrechner: 2020 NERSC-9 alias Perlmutter und 2021 dann den 1,5-EFlops-Rechner Frontier.

Ein paar Nummern kleiner geht es bei den Systemen zu, die Asrock Rack, Asus, Cisco, Gigabyte, HPE, Inventec, Lenovo, Micron, Quanta, Samsung, Supermicro und Tyan in San Francisco auf einem Epyc-Event von AMD vorstellten. Viele der Single- beziehungsweise Dual-Socket-Server sind bereits lieferbar. Von Supermicro etwa gibt's nun mit H12A+ vier Systeme, bei denen ausdrücklich auch 8 TByte RAM unterstützt werden. Lenovo war bislang treuer Intel-Kunde, bietet nun mit den Thinksystem SR635 und SR655 aber zwei Single-Socket-Epyc-Systeme. HPE stellt derweil mit dem ProLiant DL325 (1P/1HE) und DL385 (2P/2HE) zwei Systeme vor, die nach eigenen Angaben bereits 37 Weltrekorde in ihren Kategorien eingeheimst haben. Gigabyte bringt gleich 17 neue Epyc-Systeme, ebenso mit von der Partie sind Asrock Rack und Tyan. Dell will etwas später starten, hat aber auch Epyc-7002-Server in Vorbereitung.

Auch bei Cloud-Anbietern steht die neue Architektur hoch im Kurs: Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud sind nur drei der Anbieter, bei denen Epyc zum Einsatz kommt.

Hersteller, die in eine neue Serverplattform investieren wollen wissen, dass der Prozessorhersteller sie auch langfristig fortentwickelt. Lisa Su zeigte zu diesem Zweck die Rechenzentrums-Roadmap: Das Design von Zen 3 ist demnach bereits abgeschlossen, 2020 sollen diese "Milan"-Prozessoren mit "7nm+" – vermutlich mit EUV-Belichtung – kommen, weiterhin für die Fassung SP3. Die Chip-Entwickler bei AMD arbeiten außerdem bereits an der vierten Zen-Generation Genoa. (csp)