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AMD Epyc legt los

Mit dem neuen Server-Prozessor Epyc mit Zen-Architektur will AMD dem nahezu alleinigen Marktbeherrscher Intel etliche Marktanteile abknapsen: Erste Benchmark-Werte, etwa CPU2006, lassen aufhorchen.

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AMD Epyc

AMD Epyc

(Bild: AMD)

Zwar zur, aber nicht auf der Internationalen Supercomputer Conference (ISC 2017) in Frankfurt, sondern in Austin/Texas hat AMD heute mit einem großen Festakt den Wiedereinstieg in den Servermarkt gefeiert.

Mit Epyc hat man nun einen Prozessor, der bis zu viermal so leistungsfähig ist wie der letzte Opteron 6386 SE vor fünf Jahren. Vor allem soll Epyc bei den allermeisten Server-Workloads mindestens konkurrenzfähig zum Xeon des absoluten Marktbeherrschers Intel sein.

So sehen das auch die zahlreichen erstrangigen Partner, die sich dringend eine Alternative zu Intel wünschen: Server-Hersteller wie HPE, Dell/EMC, Microsoft, Supermicro, Asus, Tyan …

Epyc kommt mit 8, 16, 24 und 32 Kernen und Multi-Threading. Alle besitzen vier Dies mit maximal acht freigeschalteten Kernen, die auf einem Multichip-Modul (MCM) sitzen. Somit stellen alle Epycs immer die volle Anzahl von acht Speicherkanälen und 128 PCIe-Lanes zur Verfügung – und zwar auch mit voller Performance und nicht bei kleineren Chips herabgestuft wie bei Intel.

Nette Begrüßung bei AMD in Austin/Texas

(Bild: Andreas Stiller)

Die Prozessoren laufen in Zwei- und Einsockelsystemen; für letztere gibt es auch drei etwas billigere "P"-Varianten. Single-Socket-Server kommen bei Cloud-Dienstleistern und Web-Hostern immer mehr in Mode. Insbesondere für Storage bietet sich die 1P-Ausführungen mit ihren 128 PCIe-Lanes an.

Auch als Gastsystem für bis zu acht GPU-Karten mit je 16 PCIe-3.0-Lanes ist Epyc geeignete Wahl. Es ist ohnehin die Idee von AMD, dass für rechenintensive Aufgaben eine oder mehrere GPU-Karten wie Radeon Instinct (oder andere (FPGA-)Beschleuniger) besser geeignet sind als aufwendiges AVX512 im Prozessorkern. Stattdessen verwendet man den kostbaren Die-Platz lieber für mehr Kerne.

Mit nur 128-bittigen AVX-Einheiten, die paarweise auch AVX2-Code bewältigen, ist daher die nackte Linpack-Leistung im Vergleich zu Intel-Prozessoren um einiges niedriger. Bei den meisten üblichen Workloads aber hängt man Intels aktuelles 2P-Flaggschiff Xeon E5-2699Av4 (Broadwell-EP) locker ab.

Dieser bislang leistungsfähigste 2P-Xeon hatt 22 Kerne (44 Threads) und vier Speicherkanäle, als Paar also 44 Kerne/88 Threads, acht DDR4-Kanäle und 88 PCIe-Lanes. Ein Epyc-Tandem hat bis zu 64 Kerne, 128 Threads, 16 DDR4-Kanäle und 128 PCIe-Lanes.

Von der hohen Epyc-Performance konnte sich heise online bei einem Besuch im texanischen AMD-Hauptquartier in Austin überzeugen und dort im Labor auch eigene Programme und Benchmarks laufen lassen.

Unser Testsystem mit zweimal Epyc-7601

(Bild: Andreas Stiller)

Beim Speicherbenchmark Stream auf einem 2P-System mit Epyc 7601 liegt die Transferrate mit gemessenen 247 GByte/s (Triad) bei gut dem doppelten Wert des Systems mit zwei Xeon E5 2699Av4. Beim Linpack erzielte Epyc erwartungsgemäß weniger als der Konkurrent, mit 1050 zu 1520 GFlops kommt er auf etwa zwei Drittel. Das Testgerät lief dabei unter Ubuntu Server 16.04.

Für Cinebench R15 wurde auf Windows Server 2016 gewechselt [–] läuft auch. Der Cinebech-Wert schwankte zunächst zwischen durchaus ordentlichen 5400 bis 6000, aber AMD-Techniker werkelten noch etwas an der Konfiguration und letztlich kamen dann Werte bis 6879 heraus, etwa 1300 mehr als beim Xeon E5-2699Av4.

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