Menü

AMD Firestream 9300: HPC-Rechenkarten ohne ECC

vorlesen Drucken Kommentare lesen 56 Beiträge

Fürs High Performance Computing (HPC) stellt AMD mit den Firestream-Modellen 9350 und 9370 zwei leistungsfähige Profi-Rechenkarten vor. Die Karten setzen auf die von der HD-5800-Serie bekannten DirectX-11-Grafikchips (Cypress) und kommen ohne Lüfter aus.

Nur einen Steckplatz braucht die Firestream 9350.

(Bild: AMD)

Die Firestream 9350 ähnelt technisch der Radeon HD 5850 aus dem Consumer-Markt, ihre GPU besitzt 1440 Shader-Rechenkerne, rechnet jedoch mit 700 statt 725 MHz. Über 256 Datenleitungen kommuniziert der Chip mit dem 2 GByte fassenden GDDR5-Speicher. Maximal soll die nur einen Steckplatz belegende Karte laut AMD unter 150 Watt aufnehmen, daher kommt sie mit einem sechspoligen Stromstecker aus. Einer Radeon HD 5870 entspricht die Firestream 9370 (225 Watt), die 1600 Kerne laufen aber mit 825 MHz ebenfalls etwas langsamer und der 4 GByte große Speicher arbeitet laut einem Bericht von The Register mit 2300 MHz (Read-Write-Clock).

Bei Berechnungen mit einfacher Genauigkeit schafft eine Firestream 9350 theoretisch bis zu 2 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (TFlops), bei doppelter Genauigkeit (Dual Precision) ein Fünftel davon. Die Radeon HD 9370 ist noch etwas flinker (2,64 TFlops / 528 GFlops). Beide Rechenkarten sind kompatibel zu OpenCL, DirectCompute 11 und Version 4 von OpenGL.

Doch die HPC-Welt wünscht sich nicht nur Dual-Precision-Rechenpower und hohe Speicherkapazitäten, sondern vor allem fehlerkorrigierenden ECC-Speicherschutz, der die Zuverlässigkeit erhöht. Dies unterstützen AMDs Firestream-Karten leider nicht, hier hat Nvidia mit den Tesla-Konkurrenzkarten die Nase vorn. Auch an Engagement im HPC-Markt scheint es AMD zu mangeln, so hielten sich die Kalifornier seit dem Marktstart ihrer DirectX-11-Chips im September 2009 mit entsprechenden Ankündigungen zurück – selbst während der für die Branche wichtigen International Supercomputing Conference Anfang Juni 2010 in Hamburg.

Die Firestream 9370 schafft 528 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde bei doppelter Genauigkeit.

(Bild: AMD)

Die Firestream 9350 und 9370 werden rund 800 US-Dollar beziehungsweise 2000 US-Dollar kosten. Wann die Rechenkarten tatsächlich erhältlich sein sollen, ist noch unklar, das Unternehmen spricht lediglich vom dritten Quartal. (mfi)