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AMD-Manager Rick Bergman verlässt das Unternehmen

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Rick Bergman

(Bild: AMD)

Das Stühlerücken bei AMD nimmt kein Ende: Keinen Monat, nachdem der ehemalige Lenovo-COO Rory P. Read das Ruder als CEO übernommen hat, verlässt Rick Bergman das Unternehmen. Er war als Vizepräsident und General Manager für alle Grafikprozessoren und Mikroprozessoren zuständig und führte auch die Entwicklungsteams. Bis 2009 war Bergman in ähnlicher Funktion nur für die (Radeon-)GPUs zuständig gewesen, er war 2006 mit der ATI-Übernahme zu AMD gestoßen. Zu ATI hatte er wiederum 2001 gewechselt, zuvor war er als COO für S3 Graphics tätig.

Einen Teil der Aufgaben von Bergman überimmt der bisherige Comcast-Manager Paul Struhsaker. Er führt ab sofort die neu formierte Commercial Business Division, welche die Server- und HPC-Produkte – also Opterons und FireStream-Karten – sowie Prozessoren für Embedded Systems umfasst. Vor seiner Tätigkeit für Comcast Video Networks, wo er für die Hardware sämtlicher Settopboxen und für die Server zuständig war, arbeitete der 49-jährige Struhsaker für Motorola und Texas Instruments.

CEO Rory Read wir zunächst kommissarisch die AMD Product Group führen; offenbar sucht AMD für diese Position einen Nachfolger.

Einige Medien sehen den Rücktritt Bergmans im Zusammenhang mit der Ernennung von Read als CEO; möglicherweise hatte Bergman sich selbst Hoffnungen auf diese Position gemacht. Andererseits wird in wenigen Wochen endlich die Einführung des AMD FX mit der neuen Bulldozer-Mikroarchitektur erwartet, die bereits 2007 für das Jahr 2009 angekündigt worden war – und zwar als Fusion-APU, also in Kombination mit einer GPU. Diesen Schritt der Verschmelzung von Bulldozer-CPU-Kernen mit einer GPU will AMD nun erst 2012 mit Trinity schaffen. Gleichzeitig reißen die Spekulationen nicht ab, dass es bei den bereits im Juni eingeführten Serie-A-APUs (Llano) noch immer Lieferschwierigkeiten gibt. Zudem gibt es Hinweise, dass AMD die Bulldozer-Roadmap für 2012 ändern musste. Für die Entwicklung all dieser Produkte zeichnete Rick Bergman seit 2009 verantwortlich; er selbst hatte den AMD FX bereits für September versprochen.

Im Januar hatte der Vorgänger von CEO Rory Read, Dirk Meyer, das Handtuch geworfen, nachdem es ihm in den zweieinhalb Jahren seiner Führungszeit nicht gelungen war, den Marktanteil von AMD-Prozessoren wieder zu steigern. Zwischenzeitlich hatte der CFO Thomas Seifert die Position des CEO inne. Nach dem Abgang von Dirk Meyer hatten mit Robert Rivet und Marty Seyer weitere hochrangige Manager AMD verlassen. (ciw)