Menü

AMD: Pläne für 7-nm-Prozessoren mit 48 Kernen

Schon 2018 will AMD erste Prozessoren mit 7-Nanometer-Strukturen liefern, darunter Opterons mit 48 Kernen für Server; inoffizielle Dokumente zeigen auch eine APU mit vier DisplayPorts.

AMD Merlin Falcon R-Series APU

AMD R-Series APU "Merlin Falcon"

(Bild: AMD)

Der Chip-Auftragsfertiger Globalfoundries produziert die neuen AMD-Prozessoren der Ryzen-Familie derzeit mit 14-nm-Strukturen. Bei der Ankündigung der kommenden 7-nm-Fertigungstechnik im vergangenen Herbst zitierte Globalfoundries auch die AMD-Chefin Lisa Su, die Grafikkarten und Prozessoren mit 7-nm-Technik in Aussicht stellte. In einer älteren Präsentation für AMD-Kunden, welche die Webseite Videocardz.com veröffentlicht hat, tauchen nun eine Reihe von Codenamen kommender 7-nm-Prozessoren von AMD auf.

Demnach soll der 7-nm-Nachfolger der noch ausstehenden Naples-Opterons "Starship" heißen und bis zu 48 Kerne und 96 Threads in einer CPU vereinen. Naples hat bis zu 32 Kerne (64 Threads), es werden aber auch abgespeckte Chips mit 16 und 32 Kernen erwartet – darunter ein "Ryzen-X".

[Update:] Hier stand ursprünglich, Naples hätte bis zu 64 Kerne; es sind aber pro CPU maximal 32, nur ein Zwei-CPU-System hat bis zu 64.

Wer genau auf die nun veröffentlichen AMD-Präsentationsfolien aus dem Februar 2016 schaut, dem fallen die mittlerweile eingetretenen Verzögerungen beim Start der ersten Zen-Prozessoren auf.

Die angedeuteten Termine sind deshalb wohl mit Vorsicht zu genießen: Laut den Folien müsste Naples schon seit Anfang 2017 auf dem Markt sein, tatsächlich kommen größere Stückzahlen laut AMD aber erst in einigen Monaten. Starship ist dann wohl frühestens gegen Ende 2018 zu erwarten.

Manche Details verwirren auf den ersten Blick, etwa mehrere integrierte 10-GBit-Ethernet-(10GbE-)Controller im Naples-Chip. Diese werden aber wohl nur bei der Spezialversion "Snowy Owl" von Naples nutzbar sein, denn sie ist als Embedded-Version für Router, Storage-Systeme und Telco-Server gedacht (genannt "Comms/Network"). Snowy Owl gibt es als Zwei-Chip-Modul mit 16 Kernen im Gehäuse SP4 zum Einlöten oder mit acht Kernen im vermutlich kleineren Auflöt-Package SP4r2.

Geplant sind aber auch CPU-GPU-Kombiprozessoren – AMD nennt sie bekanntlich APUs – mit 7-nm-Technik namens Gray Hawk (4 Kerne/8 Threads) und River Hawk (2/4).

Gauselmann-Spielautomat mit Embedded-APU von AMD

Die beiden letztgenannten APUs folgen laut den Präsentationsfolien auf die Embedded-APUs "(Great) Horned Owl" (4/8) und "Banded Kestrel" (2/4) mit 14-nm-Zen-Technik, deren Vorstellung bald erwartet wird. Sie sind nämlich wiederum Nachfolger der "Falken"-Familie Merlin Falcon und Brown Falcon, bei denen es sich um die Embedded-Versionen der Carrizo-APUs handelt. Anders ausgedrückt ist Horned Owl die Embedded-Version der kommenden APU Raven Ridge für AM4-Mainboards und Notebooks.

Als R-Serie verkauft AMD dabei die Quad-Cores mit leistungsfähiger GPU und bis zu 35 Watt TDP, die beispielsweise in Casino-Spielautomaten und bildgebender Medizintechnik stecken. Die G-Serie mit zwei Kernen kommt mit rund 15 Watt TDP aus und konkurriert mit den Embedded-Atoms von Intel.

Die eingebaute GPU der anstehenden APU "Great Horned Owl" soll jedenfalls in der Lage sein, bis zu vier Monitore via DP 1.3 direkt anzusteuern.

Bei diesem Chip schaltet AMD auch den ECC-Fehlerschutz für die beiden DDR4-Speicherkanäle frei. Diese sollen mit bis zu 1600 MHz für DDR4-3200 takten, aber möglicherweise nur in der BGA-Version zum Auflöten: Dabei gibt es kürzere Leitungen und weniger Störungen im Speicherbus durch CPU- und DIMM-Fassungen. (ciw)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige