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AMD: Prozessoren mit "Turbo-Core"-Betrieb und neue Chipsätze erwartet (Update)

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AMD Phenom II X6 als Muster auf der CeBIT 2010

Schon bisher kontert AMD die Turbo-Boost-Funktion einiger Intel-Prozessoren, bei der einzelne Kerne von Multi-Core-Prozessoren höher takten, wenn andere nichts zu tun haben. Doch die bisherige AMD-Lösung setzt auf die Übertaktungssoftware AMD Overdrive, die nur unter Windows funktioniert. Künftige AMD-Prozessoren sollen hingegen dank "Turbo CORE Technnology" ganz ähnlich wie Intel-Prozessoren mit Turbo Boost arbeiten: Wenn mindestens die Hälfte aller Kerne eines Prozessors in einen Schlafmodus umgeschaltet hat, können die restlichen mit einer höheren als der nominellen Taktfrequenz laufen.

Im Detail funktioniert der AMD-Turbo aber etwas anders als bei Intel: Bei den Nehalem- und Westmere-Prozessoren mit Turbo Boost (Core i7-900, Core i7-800, Core i5-700, Core i5-600, Xeon 5500, Xeon 5600, Xeon 3500, Xeon 3400 und diverse Mobilprozessoren) laufen alle Kerne stets mit exakt derselben Taktfrequenz – sofern sie nicht schlafen. Damit Turbo Boost funktioniert, muss das Mainboard(-BIOS) mindestens den Schlafmodus C3 freischalten; je nach CPU sind auch C4 oder C6 möglich.

Bei AMD-Prozessoren der K10-Generation kann hingegen jeder einzelne Kern mit einer unterschiedlichen Taktfrequenz laufen. Nach den bisher von AMD veröffentlichen Turbo-Core-Informationen sinken nicht benötigte Kerne auf ihre jeweils niedrigste mögliche Frequenz ab – oft sind das 800 MHz – und schalten dann in einen Halt-Modus wie C1, C1e oder tiefer um. Sofern Turbo Core freigeschaltet wurde und mindestens die Hälfte aller vorhandenen Kerne schläft, steigert der Prozessor seine Kernspannung und dann auch die Taktfrequenz der laufenden Kerne, und zwar je nach CPU-Version um 400 oder 500 MHz. Wie auch bei Intels Turbo Boost sollen Turbo-Core-Prozessoren unter allen Betriebs- und Belastungszuständen ihre maximale Thermal Design Power (TDP) nicht überschreiten. Vermutlich liegt die Volllast-Leistungsaufnahme beim Betrieb von wenigen übertakteten Kernen sogar deutlich niedriger als beim Betrieb sämtlicher Kerne mit der Nominalfrequenz.

Zu den ersten Turbo-Core-Prozessoren soll der erwartete Hexa-Core Phenom II X6 (alias Thuban) gehören, der innerhalb der nächsten Wochen erwartet wird. Vermutlich kommt auch eine Quad-Core-Version mit Turbo Core. Preise und nominelle Taktfrequenzen stehen noch nicht fest, auf Preisvergleich-Webseiten ist jedoch als bisher schnellste Version ein Phenom II X6 1075T mit 3 GHz zu finden, bei dem also drei Kerne auf 3,4 oder 3,5 GHz kämen. Der zurzeit schnellste Desktop-PC-Prozessor von AMD ist der Phenom II X4 965 Black Edition mit 3,4 GHz.

(Update:)Geschickte Online-Suche und Leserhinweise fördern als bisher schnellsten Phenom II X6 die 3,2-GHz-Version 1090T zutage (OPN-Code HDT90ZFBGRBOX). Außerdem sind anscheinend noch geplant: Phenom II X6 1055T mit 2,8 GHz sowie Phenom II X6 1035T mit 2,6 GHz; der Quad-Core mit Turbo könnte demnach als Phenom II X4 960T mit 3 GHz erscheinen.(/Update)

Gleichzeitig mit der Einführung der AMD-T-Prozessoren werden neue Chipsätze für Desktop-PC-Mainboards erwartet, bei denen jeweils die Southbridge SB850 mit sechs SATA-6G-Ports zum Einsatz kommt. Der AMD 880G mit integrierter DirectX-10.1-Grafik (Radeon HD 4250) löst den AMD 785G ab, der 870 (ohne Grafik) den 770. Auch ein neuer High-End-Chipsatz für Mainboards mit mehreren Grafikkarten im CrossfireX-Verbund wird unter dem Namen 890FX erwartet. Mehrere Mainboard-Hersteller, etwa Asrock, Biostar oder MSI, haben bereits damit bestückte Platinen angekündigt, darunter auch einige mit dem USB-3.0-Adapterchip von NEC.

Die meisten Boards sind nun für DDR3-SDRAM ausgelegt; der jüngere Speichertyp ist auf dem taiwanischen Spot-Markt teilweise schon billiger zu haben als DDR2-Chips – zurzeit liegen die Hauptspeicherpreise für beide Typen recht hoch. (ciw)