AMD Radeon Pro W5500: Workstation-Grafikkarte mit 8 GByte für 400 US-Dollar

Die Profi-Grafikkarte Radeon Pro W5500 nimmt Nvidias Quadro P2200 ins Visier. Dazu setzt AMD auf aktuelle RDNA-Technik und 8 GByte GDDR6-Grafikspeicher.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 18 Beiträge

AMDs Radeon Pro W5500 ist eine Single-Slot-Grafikkarte mit einem 8-Pol-Stromanschluss.

(Bild: AMD)

Von

Auch das Einstiegssegment der Workstation-Grafikkarten bekommt nun eine Radeon-Pro-Grafikkarte mit aktueller RDNA-Technik. Der Navi-14-Grafikchip der Radeon Pro W5500 ist in 7-Nanometer-Technik hergestellt, die die Transistordichte gegenüber der Vorgängergeneration deutlich erhöht und die Leistungsaufnahme reduziert. Die Karte soll mit maximal 120 Watt auskommen und benötigt dafür einen Stromanschluss vom Netzteil. An der Slotblende sind vier Display-Port-Anschlüsse 1.4 zum Anschluss von 4K-Monitoren untergebracht.

AMD bietet 8 GByte GDDR6-Speicher auf, um so die Konkurrenz in Form von Nvidias sparsamerer Quadro P2200 auszustechen. Durch die Fertigung in 7 nm passen viele Shader-Rechenkerne auf den Chip, der zudem hohe Taktraten erreicht. So lässt er Nvidias GP106-GL-GPU, die die Quadro P2200 antreibt, auf dem Papier weit hinter sich. Die hat allerdings auch schon gut drei Jahre auf dem Buckel.

Speziell beim Multitasking sieht AMD Vorteile und führt auch einen geringeren Stromverbrauch des Gesamtsystems als Vorteil auf – diese Angaben müssen unabhängige Tests allerdings erst noch bestätigen.

Grafikkarte Radeon Pro W5500 Quadro P2200 Radeon Pro W5700 Quadro RTX 4000
GPU / Fertigung /Transistoren Navi 14 / 7 nm / 6,4 Mrd. GP106 GL / 12 nm / 4,4 Mrd. Navi 10 / 7 nm / 10,3 Mrd. TU106 / 12 nm / 10,8 Mrd.
Shader / TMU / ROP 1408 / 88 / 32 1280 / 80 / 40 2304 / 144 /64 2304 / 144 /64
Basistakt / typischer Boost k.A. / ~1900 MHz 1000 /1493 MHz 1183 / 1630-1880 MHz 1005 / 1545 MHz
Rechenleistung (FP32 / FP64) 5,35 TFLOPS* 3,82 TFLOPS* 7,48 TFLOPS** 7,09 TFLOPS
Grafikspeicher 8 GByte GDDR6, 224 GByte/s 5 GByte GDDR5X, 200 GByte/s 8 GByte GDDR6, 448 GByte/s 8 GByte GDDR6, 416 GByte/s
Display-Anschlüsse 4 × DP 1.4 4 × DP 1.4 5 × Mini-DP 1.4, 1 × USB-C 3 x DP 1.4, 1 x VirtualLink
Total Board Power (TBP) 125 W 75 W 190 W 160 W
Preis
399 US-$ (UVP, zzgl. Mehrwertsteuer)
455 € (Straße) 835 € (Straße) 935 € (Straße)
*errechnet max. Boost ** errechnet mit 1630 MHz GPU-Takt

Nach der im November 2019 vorgestellten Radeon Pro W5700 ist die W5500 die zweite Workstation-Grafikkarte mit AMDs eigentlich auf Spiele optimierter RDNA-Technik. Zusätzlich zur W5500 soll auch eine Mobilversion zum Einsatz in Notebooks kommen. Die Radeon Pro W5500M begnügt sich laut AMD mit 85 Watt, muss dafür aber nur auf rund 10 Prozent der Maximalleistung verzichten (4,79 TFLOPS).

Die Notebook-Variante kommt zudem mit 4 statt mit 8 GByte, sodass aufwendige Datensätze, die nicht mehr in den Speicher hineinpassen, über das PCI-Express-Anschluss übertragen werden. Hier macht AMD den Vorteil von PCIe 4.0 geltend, welches doppelt so schnell wie der Vorgänger PCIe 3.0 bei der Quadro ist. Allerdings erläuterte AMD nur auf Nachfrage, dass wie bei der Radeon RX 5500 XT nur ein x8- anstelle des üblichen x16-Interface bereitsteht – auch beim Einsatz von PCIe 3.0.

Laut AMD soll die Radeon Pro W5500 ab Mitte Februar 2020 verfügbar sein und 400 US-Dollar (vor Steuern) kosten; Euro-Preise sind derzeit noch nicht bekannt. Erste Notebooks mit der Mobilvariante Radeon Pro W5500M erwartet AMD ebenfalls in der ersten Jahreshälfte. (csp)