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AMD Ryzen 2000: Noch bessere Prozessoren

Vier neue Ryzen-2000-Prozessoren mit acht und sechs Kernen rechnen um rund 10 Prozent schneller als ihre Vorgänger und rücken bei Spielen und Singlethreading-Software noch dichter an Intels Core i-8000 heran.

AMD Ryzen 7 2700X, AMD Ryzen 5 2600X

AMD Ryzen 7 2700X und AMD Ryzen 5 2600X

Wer häufig mit Multithreading-Software arbeitet, bekommt bei AMDs Achtkerner Ryzen 7 schon bisher mehr Rechenleistung fürs Geld als bei Intels LGA1151-Spitzenmodell Core i7-8700K. Der neue Ryzen 7 2700X baut diesen Vorsprung noch weiter aus, er ist im Cinebench R15 um rund 28 Prozent schneller. Das gilt aber nur, wenn alle acht Kerne und 16 Threads gemeinsam ackern. Beim Singlethreading, also mit nur einem Kern, liegt der Ryzen 7 2700X knapp 11 Prozent hinter dem Intel-Chip.

Diese etwas geringere Rechenleistung pro einzelnem Kern ist es wohl auch, weshalb der Core i7-8700K in vielen PC-Spielen noch höhere Bildwiederholraten liefert als der Ryzen. Das hatte vor rund einem Jahr zunächst Enttäuschung hervorgerufen. Doch der Frame-Raten-Rückstand ist einerseits nicht besonders groß und daher in der Praxis kaum relevant und tritt andererseits sowieso nur in Auflösungen bis Full HD auf: Bei höheren Auflösungen bremst üblicherweise die Grafikkarte.

Der Ryzen 7 2700X rückt nun beim Spielen in Auflösungen bis Full HD noch dichter an den Core i7-8700K heran und übertrumpft den Intel-Konkurrenten in jenen bisher noch wenigen Titeln, die mehr als 12 Threads ausreizen.

Dank neuer 12-nm-Fertigungstechnik von Globalfoundries schalten die Transistoren der neuen Pinnacle-Ridge-Ryzens etwas schneller als die ihrer 14-nm-Vorgänger. Das nutzt AMD für höhere Basis- und Turbo-Taktfrequenzen. Dank der Takt-Automatik Precision Boost 2 sollen die Neulinge zudem höhere Turbo-Stufen länger halten, solange sie ausreichend gekühlt sind. Das gilt vor allem für Last auf mehr als zwei Kernen. Daher liefert AMD bei einigen Ryzen-2000-Typen auch den neuen Kühler Wraith Prism mit.

Die leicht überarbeitete Zen-Mikroarchitektur der Pinnacle-Ridge-Ryzens nennt AMD Zen+; die Verbesserungen sind aber gering und bringen laut AMD etwa 3 Prozent mehr "Instructions per Cycle" (IPC), steigern also die Rechenleistung pro Taktschritt nur wenig.

AMD-Ryzen-Kühler Wraith Prism mit RGB-LED-Beleuchtung

Ebenfalls um rund 10 Prozent zugelegt im Vergleich zum Vorgänger Ryzen 5 1600X hat der Ryzen 5 2600X mit sechs Kernen. Weil nur wenige Spiele und auch sonst eher wenige Anwendungen mehr als zwölf Threads nutzen, war der günstige Ryzen 5 1600 bisher besonders beliebt: Er lässt sich leicht noch ein wenig übertakten und das gesparte Geld stecken Spieler lieber in eine bessere Grafikkarte. Der neue Ryzen 5 2600 kostet derzeit allerdings noch rund 35 Euro mehr als sein Summit-Ridge-Vorgänger.

Zusammen mit den vier neuen Ryzen-2000-Prozessoren hat AMD auch den Chipsatz X470 vorgestellt, der allerdings nur wenige neue Funktionen im Vergleich zum Vorgänger X370 bringt. Der X470 kommt vor allem auf funktionsreichen und teuren Übertakter-Mainboards zum Einsatz.

Weil AMD aber bei keinem Ryzen-Prozessor die Multiplikatoren begrenzt und anders als Intel auch keinen speziellen Chipsatz zum Übertakten vorschreibt, genügen Experimentierfreudigen günstige B350-Mainboards.

Ebenfalls anders als bei Intel laufen die neuen Ryzens auch auf älteren AM4-Boards, allerdings oft erst nach einem BIOS-Update. Als "Boot Kit" verleiht AMD sogar kostenlos Prozessoren, um ein solches BIOS-Update durchführen zu können.

Die Ryzen-2000-Prozessoren sind schon seit einer Woche bestellbar und werden ab heute ausgeliefert.

Die bisher noch auf der AMD-Seite aufgeführten Ryzen-1000-Preise sind schon lange Makulatur, viele CPU-Versionen sind deutlich billiger erhältlich. PC-Käufer könnten sich zwar noch mehr über die niedrigen Preise freuen, wenn auch Speichermodule und SSDs billiger würden. Doch es gibt Anzeichen für einen harten Preiskampf zwischen AMD und Intel, zumal nun für Intels Coffee-Lake-Chips endlich auch günstigere Mainboards lieferbar sind, vor allem welche mit dem Chipsatz B360.

Die Ryzen-1000-Versionen mit nur vier Kernen wie Ryzen 5 1400 und Ryzen 3 1300X bekommen keine direkten Ryzen-2000-Nachfolger: Stattdessen gibt es bereits die CPU-GPU-Kombiprozessoren (APUs) Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G mit Vega-Grafik. Sie sind schon jetzt billiger zu haben als langsamere CPU-Typen ohne GPU.

Spekuliert wird noch über billige Dual-Cores wie den Athlon 200GE, die das AM4-Angebot nach unten abrunden und gegen Intels Pentium Gold G5000 und Celeron G4900 antreten. In diesem Preisbereich hat AMD derzeit nur die A-9000-Chips (Bristol Ridge) mit veralteter Bulldozer-/Excavator-Technik.

AMD Ryzen: Versionen für AM4-Mainboards
Prozessor Kerne/
Threads
Takt/
Turbo
IGP TDP Preise
Liste Straße
Ryzen 7 2700X 8 / 16 3,7 / 4,3 GHz - 105 W 319 US-$ 320 €
Ryzen 7 2700 8 / 16 3,2 / 4,1 GHz - 65 W 289 US-$ 290 €
Ryzen 7 1800X 8 / 16 3,6 / 4,0 GHz - 95 W 349 US-$ 290 €
Ryzen 7 1700X 8 / 16 3,4 / 3,8 GHz - 95 W 309 US-$ 260 €
Ryzen 7 1700 8 / 16 3,0 / 3,7 GHz - 65 W 299 US-$ 240 €
Ryzen 5 2600X 6 / 12 3,6 / 4,2 GHz - 95 W 225 US-$ 225 €
Ryzen 5 2600 6 / 12 3,4 / 3,9 GHz - 65 W 195 US-$ 195 €
Ryzen 5 1600X 6 / 12 3,6 / 4,0 GHz - 95 W 219 US-$ 175 €
Ryzen 5 1600 6 / 12 3,2 / 3,6 GHz - 65 W 189 US-$ 160 €
Ryzen 5 2400G 4 / 8 3,6 / 3,9 GHz Vega 65 W 169 US-$ 140 €
Ryzen 5 1500X 4 / 8 3,5 / 3,7 GHz - 65 W 174 US-$ 145 €
Ryzen 5 1400 4 / 8 3,2 / 3,4 GHz - 65 W 168 US-$ 130 €
Ryzen 3 2200G 4 / 4 3,5 / 3,7 GHz Vega 65 W 99 US-$ 95 €
Ryzen 3 1300X 4 / 4 3,5 / 3,7 GHz - 65 W 129 US-$ 115 €
Ryzen 3 1200 4 / 4 3,1 / 3,4 GHz - 65 W 109 US-$ 85 €
erwartete Prozessoren
Athlon 200GE 2 / ? k.A. ja k.A. k.A. k.A.
zum Vergleich
Core i7-8700K 6 / 12 3,7 / 4,7 GHz UHD 95 W 359 US-$ 330 €
Core i5-8600K 6 / 6 3,6 / 4,3 GHz UHD 95 W 257 US-$ 225 €
Core i5-8400 6 / 6 2,8 / 4,0 GHz UHD 65 W 182 US-$ 170 €
Core i3-8100 4 / 4 3,6 / - GHz UHD 65 W 117 US-$ 105 €
Pentium Gold G5500 2 / 4 3,8 / - GHz UHD 54 W 75 US-$ 85 €
Celeron G4900 2 / 1 3,1 / - GHz UHD 54 W 42 US-$ 45 €
Listenpreise von der AMD-Webseite (Processor Pricing) am 18.4.2018;AMD gewährte aber schon zuvor nicht dokumentierte Rabatte

Mehr zum Ryzen 2000 sowie einen aktuellen Prozessor-Überblick lesen Sie in c't 10/2018, die ab 28. April am Kiosk liegt. (ciw)

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