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AMD Ryzen: Leistungseinbußen liegen nicht am Windows-Scheduler, sondern an der Software

AMD hat das Verhalten des Windows-Scheduler untersucht und stellt fest: Er arbeitet genau so, wie er soll. Für die Performance-Einbußen von Ryzen-CPUs sei weiterhin die Software verantwortlich.

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AMD Ryzen: Leistungseinbußen liegen nicht an Scheduler, sondern nur an Software

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Zu den Leistungseinbrüchen von Ryzen-Prozessoren bei bestimmten Lastszenarien hat die Firma AMD nun öffentlich Stellung bezogen. Gerüchten, dass die Einbrüche – etwa beim Spielen in geringen Auflösungen (bis Full HD) – von Thread-Scheduling-Problemen in Windows 10 resultieren, erteilte AMD dabei eine klare Absage.

Auszug aus Messungen zur Ryzen-Performance: Bei niedriger Detailstufe bricht die Leistung von Ryzen-Prozessoren ein.

(Bild: heise online/c't)

Scheduler in Windows 10 funktioniert gut

AMD habe das Verhalten untersucht – die Ergebnisse deuten demnach nicht auf Probleme beim Scheduling hin; die Lastverteilung zwischen physischen und logischen Prozessorkernen laufe normal ab. Medienberichte und Nutzeranalysen, die ihre Behauptungen unter anderem auf das Auslese-Tool Coreinfo stützten, führten in die Irre – denn laut AMD würde erst die Coreinfo-Version v3.1 die korrekten Topologiedaten auslesen. heise online hat sich an derartigen Spekulationen nicht beteiligt.

Auch die Performance-Unterschiede zwischen Windows 7 und 10 hat AMD genauer betrachtet – hier beobachtete die Firma ebenfalls keine Scheduling-Probleme. Abweichende Leistung sei vielmehr der unterschiedlichen Software-Architektur beider Windows-Versionen geschuldet. Leistungsverluste bei aktiviertem Simultaneous Multithreading (SMT) liegen laut AMD ebenfalls nicht am Betriebssystem, sondern an den jeweiligen Anwendungen. Bei vielen Programmen habe SMT bereits einen positiven Effekt; AMD zählt dabei folgende Spiele auf: Arma 3, Battlefield 1, Mafia III, Watch Dogs 2, Sid Meier’s Civilization VI, For Honor, Hitman, Mirror’s Edge Catalyst and The Division.

AMD bleibt dabei: Es liegt an der Software!

Im gleichen Atemzug unterstreicht AMD, dass zahlreiche Programme durch gezielte Optimierungen die neuen Ryzen-Prozessoren wesentlich besser auslasten könnten. Dabei reichten meist schon kleine Änderungen aus, so AMD. AMD bleibt also dabei, dass die Leistungseinbußen nicht mit Ryzen-Prozessoren, sondern der verwendeten Software zusammen hängen.

Für die höchstmögliche Performance empfiehlt AMD, den Windows-Energiesparmodus auf "Höchstleistung" – und nicht auf "ausbalanciert" – zu setzen. Denn dann sei "Core Parking" ausgeschaltet; ungenutzte Kerne können somit bei plötzlich auftretender Last Daten direkt und ohne zusätzliche Latenz verarbeiten. In der Praxis ist die Mehr-Performance durch das "Höchstleistung"-Profil allerdings nur mess- und nicht spürbar. Im April will AMD ein Update veröffentlichen, das die Energieparameter des "Ausbalanciert"-Profils für Ryzen-Prozessoren optimiert und die bisherige Performance-Lücke verringern soll.

AMD-Präsentation zum RyZen-Prozessor (24 Bilder)

(mfi)

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