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AMD-Serverprozessor Naples kommt als "Epyc"

"Epic Performance" bescheinigt AMD dem kommenden Server-Prozessor mit dem Codenamen Naples und tauft ihn Epyc.

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AMD Epyc

AMD Epyc wird "Naples" künftig heißen.

(Bild: AMD)

Der bereits angekündigte AMD-Serverprozessor Naples mit bis zu 32 Kernen, 64 Threads, acht Speicherkanälen und 128 PCIe-Lanes wird als "Epyc" verkauft. Das verkündete AMD-CEO Lisa Su gestern auf dem Financial Analyst Day ihres Unternehmens. Der Produktname AMD Opteron wird also nicht fortgeführt, ähnlich wie "Ryzen" die ehemaligen Athlons und Phenoms abgelöst hat.

Die "epic performance", also herausragende Leistungsfähigkeit des Epyc soll Intels Xeons das Fürchten lehren. AMD will nach langer Pause wieder in den Server-Markt zurück und erwartet dort besonders lukrative Geschäfte: im Jahr 2020 soll dieser Markt satte 20 Milliarden US-Dollar umfassen. Vor allem zielt AMD auf Maschinen mit einer beziehungsweise zwei CPU-Fassungen (Single/Dual Socket). Dieses, so Forrest Norrod, machte im letzten Jahr 91 Prozent des Marktes aus.

Norrod erlaubte auch einen Blick unter die Haube des Chips: Dort steckt nicht ein großer Die, sondern vier Untereinheiten mit jeweils acht Kernen, die über AMDs Infinty Fabric miteinander kommunizieren. Durch die vier Einzelchips vermeidet AMD teure Ausbeute-Probleme, die bei größeren Dies anfallen würden – und verwendet die beim Ryzen bewährten Recheneinheiten.

Mit einem High-Performance-Virtualisierungs-Benchmark demonstrierte Foster Norrod die Leistungsfähigkeit der CPU. Ein Server mit zwei Epycs trat darin gegen einen mit zwei Intel Xeons E5-2699A V4 an. Auf beiden Systemen liefen acht VMs unter Linux, die Berechnungen ausführten, bei denen die CPU gefragt war – ein typischer Anwendungsfall in Cloud- beziehungsweise Unternehmensumgebungen.

Dank 64 statt 44 Kernen, 256 statt 128 GByte RAM sowie 16 statt acht Speicherkanälen war das Epyc-System nach 15,7 Sekunden mit der Arbeit fertig. Der Intel-Server rechnete 22,5 Sekunden, fast 50 Prozent länger.

Kommende Versionen des AMD Epyc heißen Rome (7 nm) und Milan (7 nm+).

(Bild: AMD)

Allerdings, so gab Foster Norrod zu, ist die Intel-CPU nur auf etwa fünf Prozent aller Dual-CPU-Server im Einsatz. Typischer sei ein Xeon E5-2650V4 mit 12 Kernen. Den schickte Norrod gegen ein Epyc -System mit nur einer CPU ins Rennen: Der Epyc meldete nach 33,7 Sekunden Vollzug, das Intel-System mit insgesamt 24 Kernen brauchte 37,2 Sekunden. Der Single-Socket-Server ist laut AMD nicht nur billiger, sondern auch sparsamer und kompakter.

Anders als Intel will AMD bei jedem Epyc alle Funktionen freischalten. "Wir geben demjenigen, der den Server kauft, Zugang zu allen Features – unabhängig davon, welche er benötigt und welche nicht", erklärt Foster Norrod.

AMD plant Server-CPUs schon bis ins Jahr 2020. Nach Epyc mit seinen 14-nm-Zen-Kernen soll Rome mit Zen-2-Architektur in 7 nm folgen. Milan soll dann auf 7 nm+ und Zen 3 setzen. (ciw)

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