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AMD: Spectre-Hardwareschutz ab 2019 mit Zen 2, starkes Wachstum dank Ryzen, Radeon und Mining

Zen-2-Prozessoren werden Hardware-Anpassungen enthalten, die sie sicherer gegen Spectre-ähnliche Lücken machen sollen -- allerdings erst 2019. Derweil wächst AMD, was zum Teil auch am Mining-Boom liegt.

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AMD: Spectre-Hardwareschutz ab 2019 mit Zen 2, starkes Wachstum dank Ryzen, Radeon und Mining

(Bild: heise online)

AMD hat seinen Umsatz im vierten Quartal 2017 im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 34 Prozent auf 1,48 Milliarden US-Dollar steigern können. Dies geht aus den Geschäftszahlen hervor, die AMD für das vierte Quartal 2017 bekannt gab. Im Vorjahresquartal lag der Umsatz noch bei 1,106 Milliarden US-Dollar.

AMD zufolge ist das Umsatzwachstum vor allem Folge eines starken Absatzes von Consumer-Produkten, nämlich Ryzen-Prozessoren und Radeon-Grafikkarten. Im Vergleich zum vorherigen Quartal desselben Geschäftsjahrs sank der Umsatz allerdings um 10 Prozent, was AMD unter anderem einen geringeren Absatz von Semi-Custom-Kombichips (Systems-on-Chip) zuschreibt. Insgesamt wies AMD einen Nettogewinn von 61 Millionen US-Dollar aus.

Die Geschäftssparte Computing und Graphics weist dabei einen Umsatz von 958 Millionen US-Dollar aus – eine Steigerung um knapp 60 Prozent zum Vorjahresquartal. AMD-Chefin Lisa Su begründete das während der Investorenkonferenz mit einem starken Weihnachtsgeschäft bezüglich der Ryzen-Desktop-Prozessoren sowie einem hohen GPU-Absatz, der sowohl auf die Gaming- als auch die Blockchain-Nachfrage zurückzuführen sei. Von den rund 140 Millionen US-Dollar Umsatzsteigerung im Vergleich zum Q3/2017 entfielen laut Lisa Su allein ein Drittel auf den Bereich Blockchain.

Die hohe Nachfrage nach Grafikkarten fürs Schürfen von Kryptowährungen (Mining) hat dazu geführt, dass bestimmte Grafikkarten-Modelle vergleichsweise schlecht erhältlich sind und die Preise teilweise über die Herstellerempfehlung steigen. Dazu kommen die Knappheiten beim Grafikspeicher, speziell High Bandwidth Memory 2. Hinsichtlich der angekündigten Intel-AMD-Kombiprozessoren Kaby Lake G erklärte Su, dass das ein ausgezeichneter Weg sei, so viele Radeon-GPUs wie möglich für unterschiedliche Anwendungen in Umlauf zu bekommen.

Auch auf die Prozessorlücken Spectre-1 und Spectre-2 ging Lisa Su ein – AMD-Prozessoren der Ryzen-Serie sind für diese anfällig. Laut Su habe AMD bereits Hardware-Änderungen an den künftigen Prozessorkernen vorgenommen, um Spectre-ähnliche Sicherheitslücken zu adressieren. Die Änderungen sollen in der für 2019 in Aussicht gestellten Prozessorgeneration mit Zen-2-Architektur enthalten sein, die mit 7-nm-Strukturen gefertigt werden sollen. Zuvor soll noch Zen+ (12 nm) erscheinen.

Zen-2-Prozessoren sollen 2019 erscheinen und bereits Hardware-Änderungen enthalten, die vor Spectre-ähnlichen Sicherheitslücken schützen sollen.

Der Bereich Enterprise, Embedded und Semi-Custom setzte 522 Millionen US-Dollar um, was einem vergleichsweise mageren Wachstum von 3 Prozent zum Q4/2016 entspricht. AMD arbeite derzeit mit mehreren Cloud-Anbietern für den Einsatz von Epyc-Prozessoren zusammen.

Unterm Strich schließt AMD das Geschäftsjahr 2017 mit einem Umsatz von 5,33 Milliarden US-Dollar und einem Nettogewinn von 43 Millionen US-Dollar ab – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Jahr 2016 (4,27 Mrd US-Dollar Umsatz und 497 Mio. US-Dollar Verlust).

Für das erste Quartal 2018 peilt AMD einen Umsatz von 1,55 Milliarden-US-Dollar an und setzt auf weiter wachsende Verkaufszahlen von Ryzen-Prozessoren, Radeon-Grafikkarten und Epyc-Server-CPUs. (mfi)

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