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AMD Trinity: Verbesserte Prozessoren für Notebooks und Ultrabooks

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Trinity startet zunächst in fünf Versionen

Nun wird es ernst: Die neuen Serie-A-Mobilprozessoren sind das bisher wichtigste Produkt, das unter der Ägide des seit vergangenen Herbst amtierenden AMD-Chefs Rory Read ins Rennen geht. Die CPU-GPU-Kombiprozessoren, im AMD-Jargon Accelerated Processing Units (APUs) genannt, sollen die Produktklassen mit den größten Verkaufszahlen erobern, also typische Mittelklasse-Notebooks. Endlich ist auch eine 17-Watt-Version verfügbar, die Intels erfolgreichen Ultrabook-Prozessoren Konkurrenz machen soll.

Mit der Trinity-Generation der Serie A debütiert die Bulldozer-Technik im Mobilbereich, und zwar gleich in der optimierten Piledriver-Version. Die mobilen Trinity-APUs enthalten ein oder zwei Bulldozer-Module mit je zwei Integer- und einem AVX-tauglichen Gleitkomma-Kern, mithin also zwei oder vier CPU-Cores. Anders als bei den bisherigen Desktop-PC- und Server-Bulldozern fehlt aber ein L3-Cache. Jedes Bulldozer-Modul hat einen eigenen L2-Cache.

Gegen Intel punkten will AMD aber weniger mit den CPU-Cores, denn gegen Sandy Bridge und die sehr bald erwarteten Ivy-Bridge-Doppelkerne ist kein Kraut gewachsen. Vielmehr prunken die Serie-A-Chips mit ihren GPUs, die zur Familie Radeon HD 7000 gehören. Sie arbeiten zwar nicht mit der "Graphics Core Next"-(GCN-)Architektur, sind aber vergleichsweise flott. Außerdem kommt dank wachsender Software-Auswahl das APU-Konzept allmählich in Fahrt: In immer mehr Anwendungsfällen lassen sich die GPU-Shader jetzt tatsächlich als Co-Prozessoren einspannen, was mangelnde Performance der CPU-Kerne ausbügelt. Größte Schwachstelle der Bulldozer-Mikroarchitektur bleibt aber trotz Piledriver-Optimierungen und hoher Turbo-Taktfrequenzen die magere Single-Thread-Performance. Diese spielt noch sehr oft eine wichtige Rolle, etwa bei den allgegenwärtigen Javascript-Anwendungen.

In ultramobilen Notebooks kommt es aber auch weniger auf allerhöchste Performance bei gewaltiger Desktop-Auflösung an, sondern auf flüssiges Arbeiten bei langer Akkulaufzeit. Dank der nun konkurrenzfähigen Leistungsaufnahme der AMD-Plattform – APU plus Chipsatz – im Leerlauf eröffnet Trinity neue Möglichkeiten.

Nun kommt es darauf an, was die Notebook-Hersteller daraus machen: Es ist abzusehen, dass Thinbooks, Sleekbooks, Ultrathins oder Zenbooks mit AMD-Technik vor allem mit niedrigeren Preisen gegen Intel-Ultrabooks antreten werden. Schon bei der eher glücklosen Llano-Generation der Serie A wurde beispielsweise die im Prinzip gute GPU-Leistung oft durch Bestückung bloß eines RAM-Kanals gebremst. Während der AMD-Chipsatz mit USB 3.0 punkten kann, was Intel erst mit der neuen Serie 7 bringt, versucht Intel seine Ultrabooks mit Zusatzfunktionen wie Rapid Start, Smart Connect oder SSD-Caching aufzuwerten. Große PC-Hersteller wie HP haben bereits Trinity-Notebooks avisiert.

AMD hat versprochen, dass die Llano-Lieferschwierigkeiten überwunden sein sollen. Zwar werden die Trinity-Chips mit derselben 32-Nanometer-Technik bei Globalfoundries Dresden produziert, doch man habe aus den Llano-Erfahrungen gelernt.

Einen ausführlichen Test von A10-4600M und A8-4500M bringt die c't-Ausgabe 12/12, die ab kommendem Montag am Kiosk liegt. (ciw)

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