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AMD: Übertaktungs-Weltrekord mit CPU-Vorserienmuster

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Übertakten mit Helium-Kühlung: Nach mehrtägigen Vorbereitungen gelang der Rekordversuch.

(Bild: AMD)

Zwar kann man den AMD FX alias Zambezi mit der neuen Bulldozer-Mikroarchitektur noch nirgends kaufen, doch das Übertakter-"Team AMD FX" hat ein Vorserienmuster schon ins Guinness-Buch der Rekorde getrieben: Bei Kühlung mit flüssigem Helium erreichte der Prozessor am 31. August 8,429 GHz. Damit übertrumpfte er den erst 12 Tage zuvor erzielten Höchstwert von 8,309 GHz um 1,4 Prozent.

[Update:] Bei der Rekord-Taktfrequenz waren laut dem CPU-Z-Screenshot, der als "Beweisfoto" dient, nur zwei der acht Kerne des Engineering Sample (ES) eines FX-8150 aktiv. Der Eintrag auf der Rekord-Webseite verrät weitere Details zur FX-Baureihe, beispielsweise dass jedes der zweikernigen Bulldozer-Module 2 MByte L2-Cache besitzt (16-fach assoziativ) und der FX-8150 auch noch 8 MByte L3-Cache. Auch die AVX-Befehle sind erwartungsgemäß vorhanden, aber auch die XOP-Erweiterungen. [/Update]

Alle FX-Prozessoren, so AMD, sollen das Übertakten durch unbeschränkte Multiplikatoren erleichtern. Schon mit leistungsfähigen Luftkühlern oder einfachen Wasserkühlern sollen Taktfrequenzen von "deutlich über 5 GHz" erreichbar sein, wie AMD-Manager Simon Solotko in einem Blog-Beitrag verspricht. Er gehört auch zum Team AMD FX.

Die Bekanntgabe des Taktfrequenzrekords durch AMD erfolgt nicht zufällig erst heute, sondern weil Erzkonkurrent Intel in San Francisco sein Intel Developer Forum (IDF) eröffnet. Benchmark-Resultate eines FX veröffentlichte AMD allerdings nicht. Kürzlich hatte AMD bestätigt, der FX werde im vierten Quartal starten – man spekuliert über einen Termin im Oktober.

Weil die Bulldozer-Mikroarchitektur sich deutlich von der des Vorgängers K10 unterscheidet und auch von jener der Intel-Core-i-Prozessoren, lässt sich die Performance der FX-CPUs kaum abschätzen. Mit großer Spannung wird deshalb die Vorstellung der mit vier bis acht Kernen oder eher zwei bis vier Bulldozer-Modulen bestückten FX-Baureihe für die Fassung AM3+ erwartet. Unter anderem ist unklar, ob der FX mit realer Software pro Taktzyklus ähnlich viele Befehle verarbeitet wie Sandy-Bridge-Prozessoren – wären es weniger, bräuchte er höhere Frequenzen, um die Konkurrenz zu übertrumpfen. Vor diesem Hintergrund ist es ein interessanter Zufall, dass die bisherige Rekord-CPU ein betagter Celeron D 352 mit der von Intel verworfenen NetBurst-Architektur war: Diese zielte auf extreme Taktfrequenzen. Andererseits jedoch hat es etwa auch IBM geschafft, die Power-Prozessoren serienmäßig auf Frequenzen von mehr als 5 GHz zu bringen.

Über die zum Start zu erwartenden FX-Versionen gibt es bisher nur Spekulationen. Allerdings wurden mittlerweile bei einem Online-Shop einige Verkaufspreise gesichtet; dort soll der FX-8150 mit acht Kernen und 3,6 GHz nomineller Taktfrequenz 266 US-Dollar kosten. Intel plant unterdessen angeblich die Einführung eines Core i7-2700K mit ebenfalls unbeschränktem Multiplikator und einer Taktfrequenz über den 3,4 GHz des bisherigen LGA1155-Flaggschiffs Core i7-2600K. Letzteres steht zurzeit mit 317 US-Dollar auf der Intel-Preisliste. (ciw)