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AMD-Zulieferer erwartet keine große Steigerung der Wafer-Stückzahlen

Die französische Firma Soitec meldet für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr 2007/2008 einen Umsatzrückgang um 19,8 Prozent auf 298,2 Millionen Euro; im Vorjahr 2006/2007 hatte das Unternehmen noch 372 Millionen Euro umgesetzt. 286 Millionen Euro Umsatz erzielte Soitec 2007/2008 mit dem Verkauf von Wafern für die Produktion von Halbleiterbauelementen; von dieser Summe entfielen wiederum 72,3 Prozent (entsprechend knapp 207 Millionen Euro) auf 300-Millimeter-Scheiben.

Der Umsatzrückgang im Wafer-Geschäft betrug laut Soitec 20,3 Prozent, ging aber zu einem erheblichen Teil auch auf den Kursverfall des US-Dollars im Verhältnis zum Euro zurück; bezogen auf einen konstanten Wechselkurs hätte der Umsatzrückgang 13,1 Prozent betragen.

Endgültige Zahlen für das Geschäftsjahr 2007/2008 will Soitec Mitte Mai veröffentlichen. Schon jetzt gab Soitec aber einen Ausblick auf das nun laufende Geschäftsjahr 2008/2009, für das die Firma keine Umsatzsteigerung erwartet; die Nachfrage soll im ersten Quartal (also bis Ende Juni) sogar noch weiter schrumpfen. Soitec macht für die Geschäftsflaute ausdrücklich "das Fehlen positiver Impulse durch die Einführung neuer Produkte von Schlüsselkunden" verantwortlich. Damit sind offenbar zu einem großen Teil die neuen Quad-Core-Prozessoren von AMD gemeint.

Soitec produziert in Bernin nahe Grenoble (wo viele Halbleiterfirmen sitzen) sowie in Singapur Silicon-on-Insulator-(SOI-)Wafer, die insbesondere die Chiphersteller AMD, IBM, Freescale, STMicroelectronics, NXP und Toshiba sowie die mit diesen Unternehmen kooperierenden Auftragsfertiger Chartered und TSMC kaufen. Nach eigenen Angaben liefert Soitec mehr als 80 Prozent aller weltweit verarbeiteten SOI-Wafer; die Soitec-Tochterfirmen Picogiga und Tacit stellen zudem epitaktische Wafer mit III-V-Halbleitern, Galliumnitrid-Wafer sowie Dünnfilmtechnik her.

Im vergangenen Juli hatte Soitec eine Umsatzwarnung veröffentlicht, die bereits auf die erst deutlich später publik gewordenen Probleme von AMD mit der Produktion der K10-Vierkernprozessoren Agena, Barcelona und Budapest hindeutete. Dass Soitec nun keine deutliche Steigerung der Zahl der verkauften 300-mm-SOI-Wafer erwartet, legt den Schluss nahe, dass AMD keine größeren Mengen bestellt hat. Durch den von AMD noch für dieses Jahr bei den Quad-Core-Prozessoren geplanten Übergang von 65- auf 45-Nanometer-Strukturen schrumpft allerdings der Flächenbedarf pro CPU-Die, sodass sich aus der gleichen Zahl von Wafern mehr Prozessoren fertigen lassen. (ciw)

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