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AMD am Scheideweg? Jim Keller verlässt den Chiphersteller

Als Chefentwickler zeichnete Jim Keller bisher für die viel versprechende Zen-Architektur verantwortlich, auf die AMD große Hoffnungen setzt. Jetzt verlässt er das Unternehmen.

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Die Carizzo-APU in 28 nm-Technik bleibt ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Zen-Architektur.

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Einem aktuellen Bericht des Branchendienstes Hexus zufolge soll Jim Keller, zuletzt verantwortlicher Chefentwickler für CPU Cores bei AMD, das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen haben. AMD verliert damit einen seiner profiliertesten Chipentwickler. Keller war erst 2012 nach einer Zwischenstation bei Apple zu AMD zurückgekehrt und hatte sich seither vor allem um die Entwicklung der nächsten Prozessorgeneration unter dem Codenamen Zen gekümmert.

Die Zen-Prozessoren sind für AMD von erheblicher Bedeutung, denn der Hersteller hofft, mit der neuen Produktlinie auch technologisch wieder mit dem Erzrivalen Intel mithalten zu können. Der erste Zen-Prozessor, Summit Ridge, soll bis zu acht individuelle Kerne besitzen, Zweifach-SMT unterstützen und voraussichtlich bereits in 14 nm-Technik gefertigt werden. Der angepeilte Erscheinungstermin in der zweiten Jahreshälfte 2016 dürfte nach dem Weggang von Keller allerdings fragwürdig erscheinen. AMD zeigte sich Medienvertretern gegenüber jedoch bemüht, die Personalie herunterzuspielen. CTO Mark Papermaster werde die Leitung von Kellers Team übernehmen und die abschließenden Entwicklungsarbeiten der Zen-Prozessoren vorantreiben.

Das Unternehmen gerät an der Börse zunehmend unter Druck; der Aktienkurs ist in den vergangenen 12 Monaten um mehr als die Hälfte auf zuletzt 1,87 US-Dollar eingebrochen. Deshalb muss sich AMD nun zunächst auf den Markterfolg der aktuellen Produktlinien – darunter beispielsweise die in 28 nm-Technik gefertigte Carizzo-APU – konzentrieren. Offen bleibt derweil, inwiefern künftig die VISC-Technik des Herstellers Soft Machines Einzug halten wird, an dem AMD als Investor beteiligt ist. (map)