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AMD bringt 64-Bit-CPU Athlon 64 3400+

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Am heutigen Dienstag stellt AMD den Athlon 64 3400+ offiziell vor und setzt sich damit im Rennen um den schnellsten PC-Prozessor zumindest nominell vor Intels Pentium 4, der mit maximal 3,2 GHz erhältlich ist.

Der 3400+ nutzt einen mit 2,2 GHz getakteten Clawhammer-Kern, der vergangenen September im Athlon 64 3200+ debütierte. Wie dieser umfasst der L1-Cache 128 KByte und der L2-Cache 1 MByte. Die Caches sind wie schon beim 32-Bit-Athlon exklusiv ausgeführt. Der Athlon 64 hat ein einkanaliges Speicherinterface eingebaut, das derzeit mit PC3200-Modulen (DDR400) maximal zwei Module zu je maximal 1 GByte verwaltet. Der 3400+ soll nach einem BIOS-Update in allen Mainboards mit dem Sockel 754 laufen. Dass der Hammer-Kern 2,2 GHz verträgt, überrascht wenig, denn der Athlon 64 FX-51 und der Opteron x48 sind schon länger mit dieser Taktrate erhältlich. In beiden steckt allerdings nicht der Clawhammer-Kern, sondern der Sledgehammer mit zwei Speicherkanälen.

Seit Mitte Dezember ist der Athlon 64 3000+ erhältlich, der mit einer Überraschung aufwartete: Er läuft nicht einfach (wie der Mobile 3000+) mit 1,8 GHz, sondern (wie der 3200+) mit 2 GHz, allerdings hat AMD den L2-Cache auf 512 KByte (wie Pentium 4 3,2 GHz und Athlon XP 3200+) halbiert. Doch um den Newcastle-Kern von der AMD-Roadmap, dem ähnliche Eigenschaften zugeschrieben werden, handelt es sich offensichtlich nicht, denn die CPUID weist den 3000+ wie den 3200+ und 3400+ als Clawhammer mit SH7-C0-Stepping aus.

Der offizielle OEM-Preis des Athlon 64 3400+ von 417 US-Dollar wird wohl zu einem Straßenpreis von rund 450 Euro führen. Bisher lag der 3200+ bei diesem Preis, er dürfte wohl bald für deutlich unter 400 Euro zu haben sein. Der 3000+ macht mit rund 250 Euro (217 US-Dollar OEM-Preis) den Einstieg in die 64-Bit-Welt besonders attraktiv.

Damit beenden die beiden Neulinge auch das kaum zumutbare Sockel-Chaos bei AMD: Bisher existierten für die fünf schnellsten Modelle fünf Plattformen: Der Athlon XP 3000+ benötigt Sockel-A-Mainboards mit FSB333, der Athlon XP 3200+ erforderte die etwas neueren FSB400-fähigen Mainboards. Der Athlon 64 3200+ lief als anfangs einziger Prozessor in Boards mit dem Sockel 754 und wollte PC3200-Speicher. Wollte man in den Genuss des Zweikanal-Speicherinterface kommen, griff man zum Opteron und Mainboards mit dem Sockel 940, dem wiederum PC2700-Module reichten. Für den Athlon 64 FX-51 schließlich musste es der immer noch als exotisch geltende PC3200R-Speicher (also DDR400 registered) sein.

Doch jetzt kostet der Athlon 64 3000+ wenig genug, um den (High-End-) Athlon XP überflüssig zu machen. Der 3400+ arbeitet schnell genug, um ohne allzu große Leistungseinbuße den FX-51 zu ersetzen. Zudem will AMD wohl dem 3400+ weitere Modelle folgen lassen, sodass sich der Sockel 754 als High-End-Plattform etablieren dürfte, zumindest bis die Sockel-939-CPUs in der zweiten Jahreshälfte mit Zweikanal-Interface für ungepufferten PC3200-Speicher und beschleunigtem Hypertransport erscheinen.

Die 64-Bit-Erweiterungen x86-64 -- inzwischen meist AMD64 genannt -- des Athlon 64 werden allerdings nur bei einigen Linux-Distributionen genutzt, beispielsweise in der Java-Engine von Sun. Unter Windows XP liegen sie bis etwa Mitte dieses Jahres weiter brach.

Doch schon als 32-Bit-Prozessor macht der Athlon 64 der Konkurrenz das Leben schwer: Auch wenn der Pentium 4 mit 3,2 GHz in einigen Benchmarks führt, kann der 3400+ über alle Benchmarks gemittelt als schnellster PC-Prozessor gelten. Er muss sich nur Server-Prozessoren und den davon abstammenden, praktisch kaum einsetzbaren Design-Studien Intel Extreme Edition (mehr als doppelt so teuer) und AMD FX-51 (wenig Boards, exotischer Speicher) geschlagen geben.

Die nächste Runde im ewigen Wettlauf wird bald eingeläutet: Intel wird wohl Anfang Februar den Pentium 4 mit Prescott-Kern (ebenfalls 1 MByte L2-Cache, neue SSE-Befehle) vorstellen. Mit 2,8 bis 3,2 GHz soll er schon bei einigen Distributoren aufgetaucht sein.

Ausführliche Benchmark-Ergebnisse der beiden neuen Athlon-64-Modelle 3000+ und 3400+ samt einem Test von Sockel-754-Mainboards bringt Ausgabe 2/04 von c't (ab Montag, den 12. Januar, im Handel). (jow)