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AMD bringt AM2-Prozessoren angeblich schon im Mai heraus

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Mehrere Online-Dienste melden unter Berufung auf taiwanische Mainboard- und Chipsatz-Hersteller, dass AMD die eigentlich wohl für den 6. Juni (während der IT-Messe Computex) vorgesehene Präsentation der neuen Desktop-PC-Prozessorengeneration mit integriertem DDR2-Speichercontroller um zwei Wochen vorziehen will. Diese neuen Athlon-64-(X2-)Prozessoren stecken in Gehäusen für Mainboards mit AM2-Prozessorfassung und sollen 90-Nanometer-Kerne im Stepping F (derzeit ist Stepping E aktuell) enthalten.

Einer der Gründe für den vorgezogenen Starttermin der AM2-Prozessoren soll angeblich sein, dass Intel um den 23. Mai herum einen Ausblick auf die Desktop-PC-Prozessoren der nächsten Mikroarchitektur-Generation geben will, also die Conroe-Typen. Intel hat bisher offiziell nur angekündigt, dass diese Doppelkern-Prozessoren mit "Core Microarchitecture", die laut Intel gleichzeitig sparsamer und leistungsfähiger als aktuelle Pentium-4- und Pentium-D-Modelle mit NetBurst-Kernen sind, im dritten Quartal 2006 erscheinen sollen, und zwar zeitgleich mit neuen Chipsätzen (Broadwater, 965-Familie mit ICH8).

Ob die Spekulationen über vorgezogene Termine den Tatsachen entsprechen, lässt sich nicht letztgültig klären, weil weder AMD noch Intel dazu offiziell Stellung nehmen. Gerüchte über die Vorstellung von Dell-Notebooks mit AMD-Mobilprozessoren noch im März hatten sich jedenfalls als unwahr erwiesen, wenn man von der Übernahme der Firma Alienware durch Dell absieht (Alienware liefert auch Turion-64-Notebooks).

Auf verschiedenen Webseiten sind unterdessen Berichte aufgetaucht, wonach sich die Rechenleistung der AM2-Prozessoren auch beim Einsatz von zwei PC2-6400-Speichermodulen aus DDR2-800-Chips nur unwesentlich von der Performance ihrer aktuellen Sockel-939-Vorgänger mit PC3200/DDR400-RAM und gleicher Taktfrequenz unterscheidet. Weil aber ungepufferte DDR2-Speichermodule mit bis zu 2 GByte Kapazität erhältlich sind, während ungepufferte DDR-DIMMs maximal 1 GByte erreichen, bieten AM2-Systeme den Vorteil, sich auf mehr als 4 GByte Speicher ausbauen zu lassen. Leider sind aber die aufgrund geringer Nachfrage im vergangenen Jahr recht niedrigen Preise für DDR2-Speicher mittlerweile gestiegen, sodass DDR2-DIMMs bei gleicher Kapazität durchweg mehr kosten als DDR-DIMMs.

AMD will angeblich neben besonders sparsamen Desktop-PC-CPUs auch ein neues Dual-Core-Spitzenmodell mit 2,8 GHz Taktfrequenz für den AM2-Sockel vorstellen, den Athlon 64 FX-62. Die AM2-Prozessoren sollen noch weitere Neuheiten mitbringen, etwa die Virtualisierungstechnik Pacifica. Zudem sollen auch preiswerte Sempron-Prozessoren auf AM2-Boards laufen, PC-Hersteller und -Käufer müssen sich nicht mehr zwischen Sockel-754- und Sockel-939-Mainboards entscheiden. AM2-Mainboards sind bisher noch nicht im Handel erhältlich, wurden aber als Muster bereits auf der CeBIT 2006 in breiter Auswahl unter anderem mit den neuen Nforce-500-Chipsätzen von Nvidia gezeigt. (ciw)