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AMD bringt neuen Notebook-Prozessor Llano

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AMDs Notebook-Prozessor Llano - hier das Modell A8-3500M

Seit Ende 2010 sind AMDs erste Fusion-Prozessoren (Codename Bobcat) der C- und E-Serien auf dem Markt, die im Netbook-Markt gegen Intels Atom antreten. Nun folgt die wesentlich leistungsfähigere A-Serie, die unter dem Codenamen Llano entwickelt wurde; sie ist für normalgroße Notebooks gedacht.

Die Namen Athlon, Phenom und Turion haben ausgedient; stattdessen gibt es nun die eher technischen Bezeichnungen A8, A6 und A4 sowie am unteren Ende E2. Das aufgefächerte Leistungsspektrum ist breit: Im A8 arbeiten vier CPU-Kerne und ein zu DirectX 11 kompatibles Grafikmodul mit 400 Shader-Einheiten, im E2 hingegen lediglich zwei CPU-Cores und weniger als die Hälfte an Shadern.

Die CPU-Kerne ähneln stark den bisherigen Phenom-II-Kernen. Von den mit der Vorgänger-Generation eingeführten Triple-Cores will AMD nichts mehr wissen: Alle A-Neulinge haben zwei oder vier Kerne, wobei der L2-Cache durchgängig auf 1 MByte pro Kern gewachsen ist – so viel Cache hatten bisher nur AMDs (Mobil-)Doppelkerne. Einen gemeinsamen L3-Cache, wie ihn Intel seinen Core-i-Prozessoren mit auf den Weg gibt, findet man bei AMD hingegen nicht.

AMDs Llano-Prozessoren für Notebooks (45 Watt)
Modell A8-3530MX A8-3510MX A6-3410MX A4-3310MX
CPU-Takt1 1,9 / 2,6 GHz 1,8 / 2,5 GHz 1,6 / 2,3 GHz 2,1 / 2,5 GHz
L2-Cache 4 × 1 MByte 4 × 1 MByte 4 × 1 MByte 2 × 1 MByte
Kerne 4 4 4 2
Threads 4 4 4 2
GPU HD 6620G HD 6620G HD 6520G HD 6480G
Shader 400 400 320 240
Textureinheiten 20 20 16 8
ROPs 8 8 8 4
GPU-Takt 444 MHz 444 MHz 400 MHz 444 MHz
TDP 45 W 45 W 45 W 45 W
Speicher-unterstützung DDR3-1600, DDR3L-1333 DDR3-1600, DDR3L-1333 DDR3-1600, DDR3L-1333 DDR3-1333, DDR3L-1333
1 nominell / maximal (Turbo Core)

Größte Verbesserung auf der CPU-Seite ist Turbo Core, das Gegenstück zu Intels Turbo Boost: Wenn nur ein Rechenkern ausgelastet ist, so darf der Prozessor mit einem höheren Takt laufen, als wenn alle vier unter Dampf stehen. Von Intels kleinen 100-MHz-Stufen ist AMD allerdings weit entfernt: Es gibt entweder die definierte Taktfrequenz für alle Kerne oder die 400 bis 900 MHz höhere Turbo-Frequenz, aber keine Zwischenstufen. Die garantierten Basisfrequenzen sind deutlich niedriger als bei bisherigen Phenoms – weil in das Abwärme-Budget von 35 Watt oder 45 Watt ja jetzt auch noch die GPU passen muss.

AMDs Llano-Prozessoren für Notebooks (35 Watt)
Modell A8-3500M A6-3400M A4-3300M E2-3000M
CPU-Takt1 1,5 / 2,4 GHz 1,4 / 2,3 GHz 1,9 / 2,5 GHz 1,8 / 2,4 GHz
L2-Cache 4 × 1 MByte 4 × 1 MByte 2 × 1 MByte 2 × 512 KByte
Kerne 4 4 2 2
Threads 4 4 2 2
GPU HD 6620G HD 6520G HD 6480G HD 6380G
Shader 400 320 240 160
Textureinheiten 20 16 8 8
ROPs 8 8 4 4
GPU-Takt 444 MHz 400 MHz 444 MHz 400 MHz
TDP 35 W 35 W 35 W 35 W
Speicher-unterstützung DDR3-1333, DDR3L-1333 DDR3-1333, DDR3L-1333 DDR3-1333, DDR3L-1333 DDR3-1333, DDR3L-1333
1 nominell / maximal (Turbo Core)

Der vierkernige A8-3500M, der seinen garantierten Takt von 1,5 GHz mittels Turbo Core auf 2,4 GHz steigern kann, erreicht mit 4974 Punkten im CPU-Benchmark Cinebench R10 das Niveau des Dreikerners Phenom II X3 N830 (2,1 GHz, 4807 Punkte). Andere Llanos standen uns für Vorab-Tests nicht zu Verfügung, doch selbst das Flaggschiff A8-3530MX (1,9 GHz, mit Turbo 2,6 GHz) dürfte sich nur irgendwo zwischen den unteren Sandy-Bridge-Modellen Core i3-2310M (6235 Punkte) und Core i5-2410M (8025 Punkte) einordnen.

Anno 1404 läuft auf dem A8-3500M auf hoher Detailstufe flüssig.

Llanos GPU-Teil stammt von AMDs Redwood-Grafikchip, der als (Mobility) Radeon HD 5700/5600/5500 in Notebooks und Desktop-PCs zum Einsatz kam. Im A8 heißt die GPU Radeon HD 6620G; ihre 400 Shader verteilen sich auf 5 SIMD-Einheiten zu je 16 Recheneinheiten à 5 Kernen. Sie laufen mit 444 MHz und schaffen eine maximale theoretische Rechenleistung von 355 Milliarden Gleitkommaoperationen pro Sekunde (GFlops) – ein für eine integrierte Grafikeinheit imposanter Wert.

Einen ausführlichen Bericht über Llano mit Benchmarks und Messungen der Leistungsaufnahme bringt c't in der kommenden Ausgabe 14/11 (ab 20. 6. am Kiosk oder auf dem iPad). (mue)