Menü

AMD entlässt 15 Prozent seiner Belegschaft

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 95 Beiträge
Von

Nicht nur Intel leidet unter der PC-Flaute - auch AMD trifft es, aber noch weit schwerer als den großen Konkurrenten. Bereits vor einigen Tagen reduzierte AMD die Erwartungen an die Bilanz seines dritten Geschäftsquartals, Gerüchte über bevorstehende Massenentlassungen machten die Runde. Nun kommt es auch so dick wie befürchtet: Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2012 ging der Umsatz im Jahresvergleich um 25 Prozent auf 1,27 Milliarden US-Dollar zurück, im Vergleich zum Vorquartal betrug der Rückgang 10 Prozent. Der Nettoverlust lag bei 157 Millionen US-Dollar, im Vorjahresquartal war noch ein Gewinn von 97 Millionen US-Dollar angefallen. Der Verlust pro Aktie betrug 21 US-Cent nach einem Gewinn von 13 US-Cent pro Aktie im Vorjahr.

AMD legt nun einen Restrukturierungsplan auf, von dem ein Großteil bereits im vierten Quartal durchgeführt werden soll. Dazu gehören Entlassungen und Zusammenlegung von AMD-Standorten. Rund 15 Prozent der weltweit Beschäftigten sollen entlassen werden, das bedeutet den Verlust des Arbeitsplatzes für rund 1650 Beschäftigte. Die Restrukturierungen sollen zu Einsparungen von rund 20 Millionen US-Dollar im vierten Quartal und von 190 Millionen US-Dollar für das gesamte Geschäftsjahr 2013 führen.

Von den Rückgängen bei AMD sind alle Bereiche betroffen. Die Sparte "Computing Solutiuons" (Prozessoren) verzeichnete einen Umsatzrückgang im Jahresvergleich von 11 Prozent, der operative Verlust betrug 114 Millionen US-Dollar. AMD führt dies vor allem darauf zurück, das Endverbraucher weniger PCs kauften, was AMDs Absatz bei OEMs negativ beeinflusste. Außerdem seien die durchschnittlichen Verkaufspreise pro Prozessor weiter gefallen. Die Grafiksparte verzeichnete einen Umsatzrückgang von 15 Prozent, die Abteilung machte aber immerhin noch einen operativen Gewinn von 18 Millionen US-Dollar.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei AMD
in US-Dollar
Quartal Umsatz Nettogewinn/
-verlust
1/00 1.092 Mio. 189 Mio.
2/00 1.170 Mio. 207 Mio.
3/00 1.210 Mio. 408 Mio.
4/00 1.175 Mio. 178 Mio.
1/01 1.190 Mio. 125 Mio.
2/01 985 Mio. 17,4 Mio.
3/01 766 Mio. -187 Mio.
4/01 952 Mio. -15,8 Mio.
1/02 902 Mio. -9,2 Mio.
2/02 600 Mio. -185 Mio.
3/02 508 Mio. -254 Mio.
4/02 686,4 Mio. -853,7 Mio.
1/03 714,6 Mio. -146,4 Mio.
2/03 645 Mio. -140 Mio.
3/03 954 Mio. -31 Mio.
4/03 1.206 Mio. 43 Mio.
1/04 1.236 Mio. 45 Mio.
2/04 1.262 Mio. 32 Mio.
3/04 1.239 Mio. 42,8 Mio.
4/04 1.264 Mio. -29,96 Mio.
1/05 1.227 Mio. -17,0 Mio.
2/05 1.260 Mio. 11,0 Mio.
3/05 1.523 Mio. 76,0 Mio.
4/05 1.840 Mio. 95,6 Mio.
1/06 1.330 Mio. 185 Mio.
2/06 1.220 Mio. 88,8 Mio.
3/06 1.327 Mio. 134,5 Mio.
4/06 1) 1.773 Mio. -574 Mio.
1/07 1.233 Mio. -611 Mio.
2/07 1.309 Mio. -600 Mio.
3/07 1.632 Mio. -396 Mio.
4/07 1.773 Mio. -1.772 Mio. 2)
1/08 1.505 Mio. -358 Mio. 3)
2/08 1.349 Mio. -1.189 Mio.
3/08 1.585 Mio. -69 Mio.
4/08 1.162 Mio. -1.424 Mio.
1/09 1.177 Mio. -416 Mio.
2/09 1.184 Mio. -330 Mio. 4)
3/09 1.396 Mio. -128 Mio.
4/09 1.646 Mio. 1.181 Mio. 5)
1/10 1.574 Mio. 257 Mio.
2/10 1.653 Mio. -43 Mio.
3/10 1.620 Mio -118 Mio.
4/10 1.650 Mio. 375 Mio.
1/11 1.610 Mio. 510 Mio. 6)
2/11 1.574 Mio. 61 Mio.
3/11 1.690 Mio. 97 Mio.
4/11 1.690 Mio. -177 Mio.
1/12 1.590 Mio. -590 Mio.
2/12 1.410 Mio. 37 Mio.
3/12 1.270 Mio. -157 Mio.
1) Anteil des ATI-Umsatzes: 398 Mio. US-Dollar. Im Nettoverlust sind u. a. 550 Mio. US-Dollar Kosten durch die Übernahme des Grafikchipherstellers enthalten.
2) Enthält einmalige Belastungen von 1.675 Millionen US-Dollar aus einer Wertberichtigung der ATI-Übernahme.
3) Enthält einmalige Belastungen von 50 Millionen US-Dollar durch die ATI-Übernahme
4) Enthält Einmalgewinne aus dem Verkauf abgeschriebener Vermögenswerte.
5) Enthält Zahlungen aus dem Vergleich im Rechtsstreit mit Intel
6) mit Neubewertung der Globalfoundries-Anteile

(jk)