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AMD fordert weitere Beweismittel gegen Intel an

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Der US-amerikanische Prozessorhersteller AMD hat weitere Unternehmen aufgefordert, beweiskräftige Unterlagen für das Kartellverfahren gegen Intel bereitzuhalten. Mehr als 15 PC-Hersteller und -Händler haben laut US-Medienberichten beim District Court for the District of Delaware erwirkte gerichtliche Verfügungen erhalten und haben nun 30 Tage Zeit für eine Antwort. Im Juli hatte AMD bei Gericht bereits einen Antrag durchsetzen können, nach dem 30 Unternehmen derartige Unterlagen verfügbar zu halten haben. AMD will erreichen, dass Intel wegen Missbrauchs einer monopolartigen Stellung belangt wird und hat im Juni Klage eingereicht.

Zu den nun angeschriebenen Unternehmen gehören Hewlett-Packard, IBM, Lenovo, Gateway, Sun, NEC und Dell. Der Letztgenannte, weltweit führender Hersteller von PCs, hat sich bislang immer geweigert, andere Prozessoren als diejenigen von Intel einzusetzen. Der AMD-Konkurrent gewährt großzügige Rabatte und Werbekosten-Zuschüsse, weshalb einige wichtige PC-Händler bisher fast ausschließlich Geräte mit Intel-Prozessoren verkaufen, in Deutschland beispielsweise die meisten der zur Metro Group gehörenden Handelsketten (Real, Saturn, MediaMarkt). Vor diesem Hintergrund erregte kürzlich ein Aldi-Notebook ohne Intel-Prozessor Aufmerksamkeit.

Doch nicht nur Intels Marktverhalten, auch Beschaffungspraktiken von Behörden erregten bei AMD Unmut, zum Beispiel in Deutschland. Hierzulande wurde die Vergabepraxis bei öffentlichen IT-Projekten in Deutschland Ende 2004 geändert. Nun folgten Österreich und Irland. Außer in den USA ist eine AMD-Klage gegen Intel auch in Japan anhängig. Dort wie auch in Europa und Südkorea interessierten sich bereits die Kartellwächter für Intel. (anw)