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AMD gründet die Opteron-4000-Familie

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Der US-Prozessorhersteller AMD auch nun auch den kleinen Bruder des für High Performance Computing gedachten Opteron 6000 (Magny-Cours) herausgebracht: den Opteron 4000 (Lisbon). Innerlich ist es im Wesentlichen weiterhin ein Istanbul-Prozessor mit vier oder sechs Kernen, aber in einem neuen Sockel C32, der wie der große 12-Kerner Magny-Cours die sogenannte Direct Connect Architecture 2.0 bietet, also Hypertransport 3.0 (zwei 16-Bit-Links), DDR3-1333 (auch mit Low-Power), erweiterte Virtualisierungsfeatures (AMD-V, darunter auch I/O-Virtualisierung mit IOMMU) sowie deutlich verbessertes Powermanagement (AMD-P).

Ein Zweiprozessorsystem wird dank HT3.0 in der Performance somit etwas besser abschneiden als ein gleich schnell getakteter Vorgänger – aber AMD sieht die reine Performance des mehr für Cloud Computing und Web-Services gedachten Prozessors weniger im Vordergrund. Viel stärker seien die Aspekte Kern- und Speicherskalierbarkeit, Kosten, Dichte und insbesondere die Energieeffizienz.

In drei Leistungsbändern tritt die 4000er-Familie an: 32 W, 50 W und 75 W, wobei AMD hier wie üblich nicht wie bei Intel die Thermal Design Power (TDP) spezifiziert, sondern die mittlere CPU-Leistung ACP. Dennoch vergleicht AMD die "Power per Core" eines 4162EE oder 4164EE mit 35 Watt ACP und folglich 5,83 ACP-Watt/Core mit einem Intel-Vierkerner L5609 mit 40 W TDP und 10 TDP-Watt/Core, um so den effizientesten Serverprozessor per Kern zu küren.

So einen schrägen Vergleich hätte der neue Opteron aber gar nicht nötig, da sprechen die gemessenen Leistungswerte mit einer "java-based workload", also höchstwahrscheinlich mit SPECjbb2005 für sich, etwa im Vergleich zum Sechskern-Vorgänger Opteron 2419EE in einer Zweiprozessorplattform: 133 Watt gegenüber 171 Watt bei Volllast und 63 Watt gegenüber 83 Watt Idle. Im c't-Labor kamen zwei Xeon-L5640 im Dell R610 (mit nur einer Festplatte und einem Netzteil) auf etwa 240 Watt unter Volllast und 95 Watt im Leerlauf.

Auch beim Preis will AMD angreifen, der Einstiegsprozessor 4122 (2,2 GHz) mit vier Kernen liegt als erster 2P-tauglicher Serverprozessor unter 100 US-Dollar. Intels preiswertester Quadcore E5503 ist erst für 188 US-Dollar zu haben. Und bei den Sechskernern geht es bei genau diesen 188 US-Dollar mit dem Opteron 4180 los, der Preis für den kleinsten Westmere L5640 (2,26 GHz) liegt mit 996 US-Dollar derzeit weit davon entfernt.

AMD Opteron 4000
Modell-Nummer Kerne Takt ACP NorthBridge-Takt OEM-Preis (1000er)
4184 6 2,8GHz 75W 2,2GHz $316
4180 6 2,6GHz 75W 2,2GHz $188
4130 4 2,6GHz 75W 2,2GHz $125
4122 4 2,2GHz 75W 2,2GHz $99
4176 HE 6 2,4GHz 50W 2,2GHz $377
4174 HE 6 2,3GHz 50W 2,2GHz $255
4170 HE 6 2,1GHz 50W 2,2GHz $174
4164 EE 6 1,8GHz 32W 1,8GHz $698
4162 EE 6 1,7GHz 32W 1,8GHz $316

(as)