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AMD hofft auf Subventionen für Fab 4X

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Hector Ruiz (ganz links) mit Senator Charles Schumer, Gouverneur David Paterson, Assembly-Sprecher Sheldon Silver und Hillary Clinton

(Bild: New York State Assembly)

Im US-Bundesstaat New York lassen manche schon die Korken knallen: Gestern Nachmittag verkündete Hector Ruiz, ehemaliger AMD-CEO und designierter Chef der künftigen Foundry Company von AMD und ATIC, persönlich die Entscheidung für den Bau des neuen Halbleiterwerks Fab 4X im Technologiepark Luther Forest. Dazu traf er im Red Room des Capitol in Albany, dem Sitz der New York State Assembly, mit Gouverneur David Paterson, Assembly-Sprecher Sheldon Silver und den Senatoren Charles Schumer und Hillary Clinton zusammen.

Die Politiker gaben sich laut Pressemitteilung der New York State Assembly sehr zuversichtlich und betonten die wirtschaftlich positiven Auswirkungen des Projekts. In Berichten der lokalen Presse, etwa von The Record, klingen aber auch kritische Töne durch, weil nun die grundsätzlich für den Bau der Fab 4X zugesicherten Subventionen in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar nicht mehr an ein weitgehend US-amerikanisches Unternehmen fließen, sondern an ein Unternehmen, das zu rund 64 Prozent arabischen Investoren gehören wird – dem Emirat Abu Dhabi gehören 55,6 Prozent der Foundry Company direkt via ATIC und rechnerisch weitere 8,6 Prozent, weil Mubadala einen 19,3-prozentigen Anteil an AMD halten wird.

Technologiepark Luther Forest

Ruiz geht davon aus, dass die AMD zugesicherten Subventionen – trotz wirtschaftlich schwieriger Lage des US-Bundesstaates New York – auch an das neue Unternehmen gezahlt werden, das "zu 50 Prozent AMD gehört". Anscheinend befürchtet er aber Vorbehalte, entweder weil seine Partner aus Arabien kommen oder weil sie eigentlich wohl keine Subventionen nötig hätten. Saratogian.com zitiert Hector Ruiz mit den Worten: "Sie sind wirklich nur eine Investmentfirma, deren (einziger) Anteilseigner zufällig das Emirat Abu Dhabi ist".

Laut regionalen Medien veranschlagt The Foundry Company mit einem gesamten Investitionsvolumen von 4,6 Milliarden US-Dollar nun deutlich mehr für die Fab 4X als die ursprünglich geplanten 3,2 Milliarden US-Dollar. Die Reinraumfläche soll nun statt 150.000 etwa 180.000 Quadratfuß messen. Zu Beginn sollen mehr als 1400 Mitarbeiter nötig sein, je nach Erfolg könnten es später mehr als doppelt so viele werden. Auf dem Gelände soll noch Platz für zwei weitere Fabs sein. Zum Vergleich: Für die Fab 30 in Dresden nannte AMD 1999 einen Kostenaufwand von 1,9 Milliarden US-Dollar; der Freistaat Sachsen und die EU sollen davon rund 800 Millionen DM getragen haben. Die 2005 eröffnete Fab 36 soll rund 2,5 Milliarden US-Dollar gekostet haben, dafür gab es Zuschüsse in Höhe von etwa 550 Millionen Euro. Auch für den verzögerten Umbau der Fab 30 zur Fab 38 veranschlagt AMD 2,5 Milliarden US-Dollar.

Nach US-Medienberichten soll die Ankündigung von AMD, in Zukunft auch als Chip-Auftragsfertiger (Foundry) tätig werden zu wollen, die Aktienkurse von anderen Foundries wie TSMC, UMC, Chartered oder SMIC gedrückt haben; wegen der allgemeinen Wertpapierverluste lässt sich das aber schwer nachvollziehen. AMD ist bisher Kunde von TSMC, UMC und Chartered.

Die Fab 4X soll auf einem Gelände (PDF-Datei) südlich des Lake Saratoga und östlich des Ortes Malta entstehen, das zurzeit als Technologiepark erschlossen wird. Ein angrenzendes Gelände wurde als Malta Test Station früher unter anderem für militärische Versuche mit Raketentriebwerken genutzt; auch Verunreinigungen mit radioaktivem Material wurden befürchtet. Auf diesem Gelände sollen nun ebenfalls Firmen angesiedelt werden. (ciw)