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AMD konnte Verlust von Marktanteilen bei CPUs stoppen

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Zwar musste AMD im zweiten Quartal 2007 erneut dramatische finanzielle Verluste hinnehmen und kam auch mit seinen Direct3D-10-Grafikchips nicht richtig ins Spiel, doch bei den x86- beziehungsweise x64-Prozessoren für Desktop-Rechner, Server und Notebooks konnte der weltweit zweitgrößte CPU-Hersteller weitere Zugewinne von Marktanteilen seitens Intel verhindern. Das hat das Marktforschungsunternehmen iSuppli ermittelt, das einen Auszug aus seiner aktuellen Analyse des gesamten Mikroprozessormarktes (also nicht nur der x86-Prozessoren) veröffentlicht hat, wonach AMD nach Umsatz gerechnet 11,4 Prozent Marktanteil erreicht hat; Intel lag bei 80,3 Prozent, 8,3 Prozent entfielen auf andere, nicht genannte CPU-Hersteller.

Im Vergleich zum ersten Quartal 2007 hat sich AMD laut iSuppli um 0,5 Prozentpunkte verbessert, und zwar ausschließlich auf Kosten von Intel. Im Jahresvergleich sind die AMD-Zahlen aber schlecht: Im zweiten Quartal 2006 hatte AMD noch 16,4 Prozent Marktanteil, im dritten Quartal 2006 waren es sogar 16,8 Prozent.

Der seit Mitte 2006 tobende Preiskampf zwischen AMD und Intel hat AMD allerdings tief in die Verlustzone gestürzt, dazu kommen noch die hohen finanziellen Belastungen durch die ATI-Übernahme und Engagements wie bei Transmeta. Um den Verlust von Marktanteilen zu bremsen, musste AMD seine CPU-Preise drastisch senken, den schnellsten und teuersten AMD-Prozessor aus der meistverkauften Baureihe für Desktop-Rechner, den Athlon 64 X2 6000+, bekommt man zurzeit schon für unter 140 Euro. Intel hingegen kann sehr viel teurere Prozessoren in diesem Segment verkaufen und profitiert auch von den Quad-Core-CPUs, von denen das Unternehmen angeblich schon über 1 Millionen Stück losgeworden ist.

Wegen der niedrigeren Preise musste AMD nach eigenen Angaben die Stückzahl der ausgelieferten Prozessoren binnen Quartalsfrist um satte 38 Prozent steigern, um den Umsatz-Marktanteil um 0,5 Prozentpunkte zu verbessern. In einem Interview mit CRN hat Gary Bixler, AMD-Marketingchef für Nordamerika, weitere drastische Preissenkungen indes ausgeschlossen.

Eine deutliche Steigerung der Umsatzanteile von AMD am CPU-Markt ist kurzfristig kaum zu erwarten. Der Quad-Core-Serverprozessor Barcelona soll zwar noch im Laufe des dritten Quartals ausgeliefert werden, dürfte aber wegen zunächst vergleichsweise geringer Taktfrequenz keine höheren Preise ermöglichen. Erst im vierten Quartal werden schnelle Barcelona-Opterons und vor allem Phenom-X4-Prozessoren für Desktop-Rechner erwartet, die in sehr viel größeren Stückzahlen verkauft werden als Server.

Selbst dann bleibt das Problem bestehen, dass sich das Massengeschäft noch längere Zeit vor allem im Bereich der Dual-Core-Prozessoren abspielen wird. Dual-Core-Phenoms und -Turions (für Notebooks), die von der Performance her Intels Core 2 Duos übertrumpfen und deshalb höhere Preise erzielen können, dürfte AMD wohl frühestens im Laufe des ersten Quartals 2008 in großen Stückzahlen ausliefern. (ciw)