AMD lässt angeblichen Quellcode von Radeon-GPUs offline nehmen

Eine Frau stellte Quellcode über GitHub online, der den Aufbau teils noch gar nicht vorgestellter Grafikchips von AMD beschrieben haben soll.

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(Bild: AMD)

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Von
  • Mark Mantel

AMD hat in den vergangenen Tagen ein GitHub-Repositorium und mehrere Kopien davon per Digital Millennium Copyright Act (DMCA) offline nehmen lassen. Die Begründung: Darin habe sich intellektuelles Eigentum befunden, das AMD gestohlen worden sei.

Bei dem GitHub-Repositorium handelte es sich um Quellcode von drei AMD-Grafikeinheiten, meldet die Webseite TorrentFreak: Navi 10 (Radeon RX 5700 XT), Navi 21 (vermutlich für kommende High-End-Grafikkarten) und Arden (Microsoft Xbox Series X). Der Quellcode beschreibt, wie die Logikfunktionsblöcke funktionieren, und lässt somit tiefgehende Rückschlüsse auf AMDs Grafikarchitektur RDNA (2) zu.

TorrentFreak steht nach eigenen Angaben mit einer Frau in Kontakt, die den Quellcode online gestellt haben soll. Demnach habe sie die Dateien "unerwarteterweise mit ein paar Exploits" von einem gänzlich ungeschützten PC beziehungsweise Server ergattert. Sie habe AMD über die Sicherheitslücke nicht informiert, weil sie laut eigenen Angaben bloß verklagt worden wäre.

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Stattdessen will sie sich mit dem Verkauf des kompletten Datensatzes nun bereichern – auf GitHub hätte sich nur ein Teil befunden. Die Angreiferin schätzt den Wert auf 100 Millionen US-Dollar, bleibt eine Rechnung, wie sie auf diesen Wert kommt, jedoch schuldig. Sollte sich kein Käufer finden, will sie den Quellcode passwortgeschützt hochladen und die Zugangsdaten an "ausgewählte Individuen" verteilen.

[Update, 25.3.20, 16:45 Uhr:] AMD schreibt in einer Stellungnahme, dass man sehr wohl im Dezember 2019 vom Angreifer kontaktiert worden sei. Die gestohlenen Daten sollen die Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherheit von AMDs GPUs nicht gefährden. Derzeit arbeitet AMD mit den US-Behörden zusammen, um den Fall zu klären. (mma)