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AMD legt nach: DirectX-11-Profikarten für alle Segmente

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Die FirePro V7800 besitzt einen sechspoligen Stromanschluss und belegt nur einen Gehäusesteckplatz.

(Bild: AMD)

AMD erweitert seine Serie DirectX-11-fähiger Profigrafikkarten für CAD- und DCC-Anwendungen (Digital Content Creation) um fünf Modelle: die High-End-Karte FirePro V7800, eine FirePro V5800 für das Mid-Range-Segment und die beiden Einstiegs-Varianten FirePro V4800 und V3800, außerdem die FirePro 2460 Multi-View für Multimonitor-Konfigurationen. Die Pixelbeschleuniger sind kompatibel zu OpenGL 4.0 sowie OpenCL 1.0. Der Speicherausbau variiert je nach Modell zwischen 512 MByte und 2 GByte. Als Grafikchips kommen die von den Radeon-Pendants bekannten Evergreen-GPUs zum Einsatz. FirePro-Karten stellen durch die 10-Bit-Verarbeitung bis zu 1,07 Milliarden Farben dar, dies setzt jedoch spezielle Monitore voraus.

Die FirePro V7800 belegt nur einen Steckplatz, verheizt laut AMD maximal 138 Watt und steuert über zwei DisplayPort-Buchsen und einen Dual-Link-DVI-Anschluss bis zu drei Displays mit maximal 2560 ×1600 Bildpunkten an. Der Grafikchip (Cypress Pro, 2,02 TFlops) besitzt 1440 Shader-Rechenkerne und ist über 256 Datenleitungen an die 2 GByte fassenden GDDR5-Speicherbausteine (128 GByte/s) angebunden. Die Grafikkarte unterstützt zudem die Synchronisationsfunktionen Gen- und Framelock. Sie ähnelt von den technischen Spezifikationen einer Radeon HD 5850 und soll rund 800 US-Dollar kosten.

Für die Mittelklasse bietet AMD die FirePro V5800 (TDP: 74 Watt), deren Juniper-Grafikchip 800 Rechenkerne besitzt und 1,1 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde bei einfacher Genauigkeit schafft. Im Vergleich zur V7800 halbiert AMD die Speichergröße (1 GByte) und dessen Anbindung (128 Bit) an die GPU; durch letzteres halbiert sich außerdem die Datentransferrate (64 GByte/s:). Frame- und Genlock unterstützt die rund 470 US-Dollar kostende Profi-Karte nicht.

Die FirePro-Grafikkarten sollen laut AMD bis zu 1,8-Mal schneller sein als ihre Vorgänger.

(Bild: AMD)

Auch die FirePro V4800 setzt auf GDDR5-Speicher, die Redwood-GPU besitzt jedoch nur 400 Rechenkerne und erreicht daher ungefähr nur die halbe Rechenleistung der V5800. Kaum Unterschiede gibt es hinsichtlich der Leistungsaufnahme (69 Watt), beim Preis jedoch sehr wohl: AMD veranschlagt die Firepro V4800 mit 189 US-Dollar.

Leistungsmäßig weit abgeschlagen ist die FirePro V3800, deren Grafikchip zwar ebenfalls über 400 Rechenkerne verfügt, jedoch durch langsamen DDR3-Speicher stark ausgebremst wird. Dieser limitiert die Datentransferrate auf lahme 14,4 GByte/s. Dafür kommt die FirePro V3800 in halber Bauhöhe daher und passt somit auch in sehr kleine Gehäuse. Maximal zwei Bildschirme lassen sich jeweils über einen DisplayPort-Ausgang und eine DVI-Buchse anbinden. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme beträgt laut AMD 43 Watt, das Einstiegsmodell kostet rund 110 US-Dollar.

AMD bringt die Eyefinity-Multimonitor-Technik in den professionellen CAD- und DCC-Markt.

(Bild: c't)

Ebenfalls in halber Bauhöhe präsentiert sich die FirePro 2460 Multi-View , die über vier Mini-DisplayPort-Anschlüsse bis zu vier Bildschirme gleichzeitig anzusteuern vermag. Die für Multimonitor-Anwendungen im Finanzbereich gedachte Karte kommt ohne Lüfter aus und besitzt 512 MByte Speicher. Sie soll rund 300 US-Dollar kosten, wie AMD erklärte.

Erst Anfang April 2010 hat das Unternehmen mit der FirePro V8800 die bis dato schnellste Profi-Grafikkarte vorgestellt, und bestückt nun also die restlichen Marktsegmente mit DirectX-11-fähigen Grafikbeschleunigern. Bei Konkurrent Nvidia dürfte es noch eine Weile dauern, bis entsprechende Quadro-Karten mit DX-11-Grafikchips das Licht der Welt erblicken. Gerüchte gehen von einem Marktstart nicht vor November 2010 aus. AMD will bereits im Juli mit einer weiteren FirePro-Grafikkarte nachlegen, die über 4 GByte Speicher verfügt und bis zu sechs Displays anbindet. Im Gespräch mit heise online teilte AMD mit, dass man plane, die heute vorgestellten FirePro-Grafikkarten in ungefähr zwei Wochen auszuliefern.

FirePro-Profikarten mit DirectX-11-Grafikchips (5 Bilder)

FirePro V7800

(mfi)