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AMD präsentiert Radeon HD 6950 und HD 6970

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Die Radeon HD 6970 kommt mit sechs- und achtpoligem Stromanschluss und belegt zwei Steckplätze.

(Bild: AMD)

AMD präsentiert gut drei Wochen nach dem ursprünglich anberaumten Termin die Radeon HD 6950 und 6970. Beide High-End-Grafikkarten bringen 2 GByte schnellen GDDR5-Speicher mit. Die Radeon HD 6950 soll es laut AMD ab rund 270 Euro geben, die HD 6970 werde ab 340 Euro erhältlich sein. Ihre 3D-Performance reicht auch für moderne DirectX-11-Spiele aus. Filmfreunde freut die Videoeinheit UVD3, die sich auch für Blu-ray-Filme mit stereoskopischen Inhalten eignet. Zudem beherrscht sie MPEG4-Part 2 für die beschleunigte Wiedergabe von DivX- und Xvid-Videos.

Beide Grafikkarten setzen auf den Cayman-Grafikchip, der im Unterschied zu seinen Vorgängern eine effizientere Shader-Architektur (VLIW4 ohne Special Function Unit) bietet und von zwei Graphics Engines und somit zwei Tessellation-Einheiten angetrieben wird. Somit lassen sich die Shader-Rechenkerne besser auslasten – die neuen Cayman-Grafikchips erzielen dadurch eine höhere 3D-Leistung, auch wenn sie insgesamt weniger Shader-ALUs als die Vorgänger haben. Die reine Tessellation-Leistung soll im Vergleich zur Radeon HD 5870 deutlich steigen (bis Faktor 3).

Die 1536 Shader-Rechenkerne der Radeon HD 6970 sind in 24 SIMD-Einheiten organisiert.

(Bild: AMD)

Cayman-GPUs werden im 40-Nanometer-Verfahren gefertigt und bestehen aus 2,64 Milliarden Transistoren. Auf der Platine der Radeon HD 6950 sitzt eine Variante mit 1408 Shader-Prozessoren, welche mit 800 MHz rechen und somit theoretisch bis zu 2,25 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde (TFlops) bei einfacher Genauigkeit erreichen können (DP: 563 GFlops). 88 Textureinheiten und 32 (verbesserte) Rasterendstufen stehen den Shader-Kernen zur Seite. Über 256 Datenleitungen ist der 2500 MHz (Read/Write-Clock) flinke GDDR5-Speicher angebunden. Beim Chip der Radeon HD 6970 legt AMD noch einige Einheiten drauf: 1536 Shader-Kerne (24 SIMD-Engines) und 96 Textureinheiten hat er insgesamt, die Zahl der Rasterendstufen bleibt bei 32. Außerdem laufen die Grafikeinheiten 10 Prozent schneller (880 MHz) als bei der Radeon HD 6950 – der Speicher arbeitet sogar mit 2750 MHz.

EQAA erweitert bereits aktives Multisampling Antialiasing um einige Speicherplatz sparende Coverage-Samples.

(Bild: AMD)

Neben dem bereits von den HD-6800-Karten bekannten Morphological Antialiasing spendiert AMD der HD-6900-Serie einen weiteren Kantenglättungsmodus: Enhanced Quality Antialiasing (EQAA) ist über das Catalyst Control Center aktivierbar und funktioniert im Ansatz ähnlich wie Nvidias Coverage Sampling (CSAA). EQAA erweitert bereits aktives Multisampling Antialiasing um einige Speicherplatz sparende Coverage-Samples, mit denen die störenden Treppeneffekte an Polygonkanten noch besser und mit nur einem geringen Plus an Rechenaufwand geglättet werden sollen.

Hinsichtlich der Bildqualität des anisotropen Filters hat AMD im Vergleich zur HD-6800-Serie nichts geändert und bestätigte dies auch auf Nachfrage. Übergänge zwischen verschiedenen Filterstufen kaschiert der Algorithmus gut. Jedoch kommt es in seltenen Fällen zu wahrnehmbarem Texturflimmern. Gegenüber heise online erklärte das Unternehmen, AMDs Treiberteam arbeite derzeit an einer treiberseitigen Lösung. Vor Mitte Januar erwartet man aber keine Resultate.

Die Radeon HD 6950 ist 27,5 Zentimeter lang und arbeitet im Leerlauf sehr leise.

(Bild: AMD)

Wer in 3D-Spielen auf einen kräftigen Leistungsschub im Vergleich zur Vorgängergeneration gehofft hat, wird enttäuscht sein. In anspruchsvollen Spielen ist die Radeon HD 6950 oft nur geringfügig schneller als die bereits seit über einem Jahr erhältliche Radeon HD 5870. Im DirectX-11-Spiel Battlefield Bad Company 2 rechnen die genannten Karten gleichschnell und stellen bei maximaler Detailstufe in der Full-HD-Auflösung (1920×1080) 55 Bilder/s (fps) bei vierfacher Kantenglättung und sechzehnfachem anisotropen Filter dar. Eine Radeon HD 6970 kommt bei gleichen Einstellungen auf 60 fps, Nvidias GeForce GTX 570 (66 fps) und GTX 580 (76 fps) sind dabei deutlich schneller. Bei Metro 2033 ist die Radeon HD 6950 um bis zu 15 Prozent flotter als die HD 5870, das ist jedoch die Ausnahme. Die Radeon HD 6970 ist in Spielen gut 10 Prozent fixer als die HD 6950. Im Vergleich zu Nvidias GTX 570 ist sie je nach Anwendung mal geringfügig schneller (Metro 2033, Crysis), mal langsamer (Dirt 2).

Im Leerlauf ist die Leistungsaufnahme der Radeon HD 6950 und HD 6970 mit 20 beziehungsweise 22 Watt vergleichsweise gering. Durchschnittlich 113 Watt (Peak: 195 Watt) verbrauchte unser Testexemplar der HD 6950 beim Spielen, die HD 6970 verheizte durchschnittlich sogar 157 Watt (Peak: 248 Watt). Zum Vergleich: Eine Radeon HD 5870 gibt sich mit rund 120 Watt zufrieden. Die Lüfter beider Referenzkarten arbeiten dann dank reduzierter Taktfrequenzen und Spannungen von Grafikchip und Speicher auch sehr leise (0,3 Sone), im 3D-Betrieb jedoch waren sie aber klar wahrnehmbar (1,4/2,2 Sone).

Mithilfe von PowerTune will AMD die Grafikkarten-Leistungsaufnahme bei Stresstests in Grenzen halten.

(Bild: AMD)

Für die 6900er-Serie führt AMD außerdem eine auf PowerTune getaufte Technik ein, welche die maximale Leistungsaufnahme des Grafikchips künstlich begrenzt. Übersteigt etwa die Leistungsaufnahme den hinterlegten Maximalwert, reduziert PowerTune automatisch die Taktfrequenz des Grafikchips. Im Normalfall schreitet Powertune bei einer Leistungsaufnahme von 250 Watt (HD 6970) beziehungsweise 200 Watt (HD 6950) ein, die Grenze lässt sich über den AMD-Treiber aber noch um 20 Prozent nach oben verschieben – wichtig für Übertakter. PowerTune limitiert vor allem bei synthetischen Stresstests, etwa beim Perlin-Noise-Test von 3DMark Vantage. In unseren Tests kam es mit der Radeon HD 6970 aber auch beim DirectX-11-Spiel Metro 2033 bei 2560×1600 Bildpunkten und maximaler Bildqualität zu kurzzeitigen Drossellungen, die sich aber nur im Nachkommabereich auf die Bildrate auswirkten. (mfi)