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AMD reduziert Verluste

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AMD zeigte sich in den letzten Wochen und Monaten bereits schwer gebeutelt: Nachdem die ATI-Übernahme bereits das letzte Quartal des vergangenen Geschäftsjahrs sehr belastet hatte, führten nun unter anderem die Verzögerungen bei den Quad-Core-Prozessoren und schlechter als erwartet laufende Geschäfte bereits zur Ankündigung von Entlassungen. Selbst der Spruch des fast schon legendären ehemaligen AMD-Chefs Jerry Sanders "real man own fabs" scheint nicht mehr unhinterfragt gültig zu sein. Gibt es bei AMD also keine "richtigen Männer" mehr? Der personelle Aderlass auf der Führungsebene ist zumindest ein weiteres Zeichen für die Schwierigkeiten, in denen AMD steckt.

Immerhin konnte AMD nun aber im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 im Jahresvergleich die Verluste reduzieren. Statt 611 Milllionen US-Dollar im ersten Quartal 2007 stehen nun 358 Millionen US-Dollar (59 US-Cents je Aktie) als rote Zahlen in der Bilanz. Im Verlust enthalten sind Belastungen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar, die noch durch die Übernahme des 3D-Grafikspezialisten ATI entstanden.

Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 1,51 Milliarden US-Dollar. Trotz der Steigerung erklärte AMD, ursprünglich habe man bessere Verkäufe in allen Segmenten in diesem Quartal erwartet. Ein auch saisonal immer etwas schwächeres Quartal sei begleitet worden von einer schwierigen wirtschaftliche Situation für Endverbraucher und von schlechter als erwartet laufenden Umsätzen mit den Vorläufern der aktuellen Produktgeneration, meinte AMDs Finanzchef Bob Rivet. Dass die Umsätze nicht wie ursprünglich erwartet aussehen würden, hatte AMD aber bereits angekündigt, als der Beschluss über den Abbau von 10 Prozent der Arbeitsplätze bei dem Chiphersteller bekannt gemacht wurde.

Der Umsatz mit Mikroprozessoren lag im ersten Quartal bei 1,194 Milliarden US-Dollar, bei ungefähr gleich gebliebenen durchschnittlichen Verkaufspreisen pro Prozessor ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahrs und ein Minus von 15 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2007. Der Umsatz mit Grafikchips erreichte 230 Millionen US-Dollar, eine Steigerung von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und ein Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dabei lagen die durchschnittlichen Verkaufspreise pro Chip gleichauf mit dem ersten Quartal 2007, aber niedriger als im vierten Quartal des Vorjahrs.

Nachdem die schlechten Nachrichten schon vor der Vorlage der AMD-Bilanzen bekannt waren, begrüßten die Börsianer nun offensichtlich den Rückgang der Verluste – und spekulieren wohl darauf, dass die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen die Ergebnisse weiter verbessern. Der Kurs der AMD-Aktie stieg jedenfalls zu Beginn des nachbörslichen Handels in den USA um über 2 Prozent.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei AMD in US-Dollar

QuartalUmsatzNettogewinn/
-verlust
1/001.092 Mio.189 Mio.
2/001.170 Mio.207 Mio.
3/001.210 Mio.408 Mio.
4/001.175 Mio.178 Mio.
1/011.190 Mio.125 Mio.
2/01985 Mio.17,4 Mio.
3/01766 Mio.-187 Mio.
4/01952 Mio.-15,8 Mio.
1/02902 Mio.-9,2 Mio.
2/02600 Mio.-185 Mio.
3/02508 Mio.-254 Mio.
4/02686,4 Mio.-853,7 Mio.
1/03714,6 Mio.-146,4 Mio.
2/03645 Mio.-140 Mio.
3/03954 Mio.-31 Mio.
4/031.206 Mio.43 Mio.
1/041.236 Mio.45 Mio.
2/041.262 Mio.32 Mio.
3/041.239 Mio.42,8 Mio.
4/041.264 Mio.-29,96 Mio.
1/051.227 Mio.-17,0 Mio.
2/051.260 Mio.11,0 Mio.
3/051.523 Mio.76,0 Mio.
4/051.840 Mio.95,6 Mio.
1/061.330 Mio.185 Mio.
2/061.220 Mio.88,8 Mio.
3/061.327 Mio.134,5 Mio.
4/06 *1.773 Mio.-574 Mio.
1/071.233 Mio.-611 Mio.
2/071.378 Mio.-600 Mio.
3/071.632 Mio.-396 Mio.
4/071.773 Mio.-1.772 Mio.**
1/081.505 Mio.-358 Mio.***
* Anteil des ATI-Umsatzes: 398 Mio. US-Dollar. Im Nettoverlust sind u. a. 550 Mio. US-Dollar Kosten durch die Übernahme des Grafikchipherstellers enthalten.
** Enthält einmalige Belastungen von 1.675 Millionen US-Dollar aus einer Wertberichtigung der ATI-Übernahme.
*** Enthält einmalige Belastungen von 50 Millionen US-Dollar durch die ATI-Übernahme.

(jk)
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