AMD schiebt Triple-Core ein

Laut AMD wünschen sich die OEM-Partner Prozessoren zwischen preiswerten Dual- und teuren Quad-Cores.

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Nur wenige Tage nach dem Launch der vierkernigen Barcelona-Prozessoren für Server gab AMDs Marketing-Direktor für Europa, Giuseppe Amato, in einer Telefonkonferenz überraschend bekannt, dass AMD im ersten Quartal des nächsten Jahres neben Dual- und Quad- auch Triple-Core-Prozessoren innerhalb der Phenom-Reihe vermarkten will. Damit komme man den Wünschen der OEM-Partner nach, die gern "einen Audi A5 zwischen einem A4 und einem A6" platzieren möchten, bestätigte er erste im Internet aufgetauchte Gerüchte.

Es handelt sich nach Amatos Worten um das normale Quad-Core-Die, bei dem einer der vier Prozessoren stillgelegt wird. Dass Ausbeuteprobleme bei der Herstellung (Yield Rate) zu dieser Entscheidung beigetragen haben könnten, wollte Amato nicht bestätigen. Es ist aber gängige Praxis in der Chip-Industrie, zur Optimierung der Ausbeute Wege zu finden, mit denen man auch solche Produkte vermarkten kann, bei denen Teilbereiche nicht funktionieren oder aus anderen Gründen – etwa thermischen – abgeschaltet sind. So vermarktet IBM auch Power5-Prozessoren mit nur einem aktivierten Kern und Sony nutzt nur sieben der acht vorhandenen Synergistischen Processing Elements (SPEs) des Cell-Prozessors.

Die Ausbeuteoptimierung ist vor allem auch Intels Argument, derzeit keine "echten" Quad-Cores anzubieten, sondern zwei Dual-Cores in einem Gehäuse zusammenzupacken. Wenn Intel im nächsten Jahr mit dem echten Quad-Core (Codename Nehalem) nachzieht, dann ist es sehr gut möglich, dass die Firma dem Beispiel des Konkurrenten folgt und auch Triple-Cores ins Programm mit aufnimmt. Echte Triple-Cores gibt es in der Industrie aber auch. Hier ist an erster Stelle der Xbox-360-Prozessor von Microsoft made by IBM zu nennen.

In den letzten Tagen hat AMD auch die Logos der Phenom- und Phenom-FX-Prozessoren veröffentlicht, deren erste Vierkern-Versionen noch in diesem Jahr erscheinen sollen.

Am heutigen Dienstag beginnt in San Francisco die Intel-Entwicklerkonferenz IDF, während der Intel viel Presserummel veranstaltet. Traditionell nutzt AMD diesen Termin, um eigene Produkte vorzustellen – zum Ärger der Firma Intel, die viel Geld für das IDF ausgibt. (as)