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AMD setzt auf quelloffene Spielephysik

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Der Chiphersteller AMD hat gemeinsam mit dem Schweizer Softwarehersteller Pixelux die Open-Physics-Initiative ins Leben gerufen. Ziel ist es, die bestehende quelloffene Physik-Engine Bullet Physics um die Programmierschnittstelle OpenCL zu erweitern. Im Unterschied zur PhysX-Engine von Nvidia, die GPU-beschleunigte Physikeffekte in 3D-Spielen nur per CUDA auf GeForce-Grafikkarten erlaubt, soll Open Physics herstellerunabhängig mit allen OpenCL-tauglichen Prozessoren und Grafikchips sowohl in PCs als auch in Konsolen funktionieren.

Zudem plant AMD Bullet Physics an die DirectCompute API von DirectX 11 anzubinden. Damit lassen sich die Compute Shader von Grafikchips mit Rechenwerken für DirectX 10 und neuer nutzen. Beispiele hierfür sind Radeon-HD-Grafikkarten ab der 2000er-Serie und GeForce-Karten ab der achten Generation.

Der Kooperationspartner Pixelux gab bekannt, dass zukünftig seine Physik-Middleware Digital Molecular Matter (DMM) die Bullet-Physikengine integriert. DMM kommt unter anderem beim Spieletitel Star Wars: The Force Unleashed zum Einsatz. Bullet Physics verwenden neben Computerspielen auch die 3D-Modellierer Blender oder Cinema 4D.

Open Physics ist der zweite Anlauf AMDs (bzw. ATIs), Physikeffekte in Computerspielen mit Hilfe des Grafikchips zu berechnen. Bereits 2006 kooperierte ATI mit dem damals noch unabhängigen Softwarehersteller Havok und demonstrierte GPU-beschleunigte Physikeffekte auf Radeon-Grafikkarten. Ende 2007 übernahm Intel Havok, infolgedessen wurde die GPU-beschleunigte Havok-FX-Engine auf Eis gelegt. Wenige Monate später kaufte Nvidia den Konkurrenten Ageia (PhysX) auf.

Derzeit liegt bei den Physik-APIs PhysX mit 26,8 Prozent Marktanteil vor Havok (22,7 Prozent) und Bullet Physics (10,3 Prozent) auf Platz eins. Während die Intel-Tochter Havok und AMD bereits im Juni 2008 zumindest eine Zusammenarbeit vereinbarten, sorgt Nvidia dafür, dass PhysX weiterhin exklusiv GeForce-Grafikkarten vorbehalten bleibt. Dies geht inzwischen so weit, dass der Nvidia-Grafikkartentreiber seit Version 186 die im Vergleich zum Prozessor leistungsfähigere GPU-Physikberechnung deaktiviert, sobald ein Grafikchip einer anderen Firma im Rechner erkannt wird. Somit ist es nicht möglich, die Grafikdarstellung von einer Radeon-Karte und Physikeffekte von einer parallel gesteckten GeForce-Karte berechnen zu lassen. (chh)

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