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AMD setzt ganz auf "Zen"-Prozessoren

Im kommenden Jahr will AMD die gesamte Palette der x86-Prozessoren auf die neue Mikroarchitektur namens Zen umstellen, die ARM-Variante K12 wurde auf 2017 verschoben.

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AMD Financial Analyst Day 2015: Zen 2016

2016 kommen Zen-Prozessoren für alle PC-Klassen.

(Bild: AMD)

Auf dem Financial Analyst Day, den AMD heute in New York veranstaltet, haben Firmenchefin Lisa Su und Chief Technology Officer (CTO) Mark Papermaster ihre Hardware-Pläne bis 2017 verkündet. Für die PC-Prozessoren und APUs (CPU-GPU-Kombiprozessoren) bedeutet das: 2016 kommt Zen, und zwar vom Notebook bis zum Server. Den neuen Angriff im Servermarkt betonte Lisa Su besonders – hier verdient Intel derzeit viel Geld.

Um die x86-Mikroarchitektur Zen schneller auf den Markt zu bringen, schichtet AMD Ressourcen um – und deshalb geht es bei der Entwicklung der eignen ARMv8-Technik K12 langsamer: Sie ist jetzt erst für 2017 geplant. Wörtlich sprach Papermaster von "Samples" – Mustern – im Jahr 2017. Eigentlich sollte sie schon 2016 kommen. Zuvor sollen aber ARM-SoCs mit Cortex-A57-Standardkernen von ARM erscheinen, die ersten noch 2015.

AMD Financial Analyst Day 2015 (7 Bilder)

AMD-CTO Mark Papermaster verspricht für Zen-Kerne 40 Prozent mehr Rechenoperationen pro Taktzyklus, verglichen mit einem Excavator-Kern des Carrizo.
(Bild: AMD)

Zen unterstützt Hyper-Threading und soll pro Taktschritt 40 Prozent mehr berechnen als Carrizo; konkrete Taktfrequenzen nannte AMD dabei aber nicht. Je nach System kann Zen DDR3- oder DDR4-SDRAM ansteuern. Einen genaueren Termin für Zen nannte AMD nicht. Wenn man berücksichtigt, dass der für die erste Hälfte 2015 angekündigte Carrizo bisher noch nicht erschienen ist, sind Zen-Prozessoren kaum vor Mitte 2016 zu erwarten.

Als ersten Zen-Prozessor will AMD jedenfalls einen FX für Desktop-PC-"Enthusiasten" bringen und später mit Zen-Opterons verlorenen Boden bei den Servern gutmachen. Besonders bei den Serverprozessoren werde AMD häufig von potenziellen Kunden gebeten, Intel endlich wieder mehr Konkurrenz zu machen.

Zen soll aber auch als siebte Generation der APU-Versionen für Notebooks und Desktops erscheinen. FX-Versionen und Desktop-APUs sollen in die gleichen AM4-Fassungen passen. Manches deutet darauf hin, dass die FX-Versionen statt einer GPU mehr CPU-Kerne besitzen.

AMD Carrizo(-L): Der Mobilprozessor soll bald starten.

(Bild: AMD)

Die Vorstellung der Mobilprozessoren Carrizo und Carrizo-L wird derzeit zur Computex erwartet. Laut Lisa Su liefert AMD die Chips bereits an PC-Hersteller aus, und diese "OEMs werden Carrizo-Notebooks rechtzeitig zur Back-to-School-Saison ausliefern". Das wäre im Spätsommer. Business-Notebooks mit einem "Pro"-Carrizo kommen auch erst im zweiten Halbjahr. Die Pro-Version unterstützt TPM, Anti-Theft und "Geofencing". Carrizo soll den Video-Codec HEVC Hardware-beschleunigt decodieren, auch in 4K-Auflösungen. In einem Entwicklerdokument zu AGESA-Firmware-Modulen finden sich Hinweise, dass Carrizo möglicherweise auch HDMI 2.0 unterstützt.

Für Desktops wird es keinen Carrizo geben, sondern Godavari, der wohl wie Kaveri mit Steamroller-Kernen arbeitet (Carrizo: Excavator). Für Godavari hat der Mainboard-Hersteller Asrock schon BIOS-Updates angekündigt, und zwar für existierende Boards mit der Fassung FM2+.

Für AMD sehr wichtig sind auch die "Semi-Custom Designs" der Embedded-Sparte, sprich: Die Prozessoren für Spielkonsolen, bei denen AMD derzeit sehr gut im Rennen liegt. Auch bei sonstigen Embedded Systems sieht AMD viele Chancen, wie gehabt unter anderem dank Heterogeneous System Architecture HSA 1.0 und OpenCL. In Zukunft könnten auch bei solchen Produkten High Bandwidth Memory (HBM) zum Einsatz kommen, nicht nur bei Grafikkarten.

Nicht genau äußert sich AMD zur jeweiligen Fertigungstechnik. Sowohl bei Zen als auch bei den GPUs des Jahres 2016 mit HBM2 war von "FinFET Design" die Rede. Vermutlich ist damit eine 14-nm-Fertigungstechnik gemeint. Das könnte bedeuten, dass AMD die 20-nm-Technik auslässt. Damit wäre aber auch das "Project Skybridge" vom Tisch, zumindest für 2015.

Schon in der vergangenen Woche waren angebliche Präsentationsfolien unter anderem mit Details zu Zen, dem Kaveri-Nachfolger Godavari und dem ARM-SoC Amur aufgetaucht, die AMD allesamt als Fälschungen bezeichnet hat. Dermaßen genaue Ankündigungen von Produkten will AMD nicht mehr veröffentlichen. (ciw)

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