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AMD tief in den roten Zahlen

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AMD, immer noch größter Konkurrent Intels auf dem PC-Prozessormarkt, ist erneut tief in die Verlustzone gerutscht. Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs schrieb AMD einen Verlust von 590 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte es noch 510 Millionen Dollar Gewinn gegeben. Der Grund für den Einbruch war wieder einmal eine Belastung durch die Firma Globalfoundries, in die Chipwerke von AMD ausgelagert worden waren. Diesmal ging es um gut 700 Millionen Dollar. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 1,59 Milliarden Dollar.

Die Belastung durch Globalfoundries war von einer anderen Art als frühere Wertberichtigungen, die schon mehrfach die AMD-Quartalszahlen verhagelt hatten. Diesmal hatte AMD die Verträge mit Globalfoundries angepasst, und sich mit der Riesen-Zahlung das Recht erkauft, die Prozessoren auch von anderen Auftragsfertigern produzieren zu lassen. AMD gab auch den Restanteil von knapp neuen Prozent an Globalfoundries auf. Zu dem Auftragsfertiger gehört die einstige AMD-Fabrik in Dresden.

AMD macht wie auch anderen Hardware-Unternehmen die Schwäche des PC-Marktes zu schaffen. Vor allem Verbraucher greifen immer öfter zu Smartphones oder Tablet-Computern und nutzen ihre bisherigen Personal Computer länger. Ein Lichtblick für die Branche ist die Nachfrage der Unternehmen.

AMD hält seit Jahren rund ein Fünftel des Marktes für PC-Prozessoren, fast den ganzen Rest kontrolliert der große Rivale Intel. Intel meldete für das vergangene Quartal zwar auch nur einen stagnierenden Umsatz und einen Gewinnrückgang, es sind jedoch Zahlen in einer ganz anderen Größenordnung als bei AMD. Der Intel-Umsatz liegt bei 12,9 Milliarden Dollar. Und der Gewinn betrug trotz eines Rückgangs von 13 Prozent immer noch 2,7 Milliarden Dollar. Intel erklärte die Einbußen unter anderem mit höheren Entwicklungsausgaben.

Die vergangenen Jahre waren hart für AMD, erst jüngst gab es wieder gelegentlich schwarze Quartalszahlen. Die Integration des dazugekauften Grafikchip-Spezialisten ATI verschlang viel Geld. Zudem gab es immer wieder Produktionsprobleme. Trotz aller Anstrengungen gelang es AMD nicht, Intel spürbar Marktanteile abzunehmen – und jetzt ist das PC-Geschäft deutlich weniger attraktiv geworden. Auch der große Konkurrent sucht nach Wegen, wie er sein Geschäft auf mobile Geräte ausweiten kann. Bei Smartphones und Tablets dominiert seit Jahren die Plattform des britischen Chipentwicklers ARM. Intel macht gerade einen neuen Anlauf mit Smartphone-Prozessor und -Referenzdesign.

Ein Problem von AMD ist, dass der Konzern deutlich weniger Geld für Neuentwicklungen hat als Intel. Der neue AMD-Chef Rory Read kaufte zuletzt für mehr als 330 Millionen Dollar die Firma SeaMicro, einen Spezialisten für Server-Technologien.

Siehe dazu auch:

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei AMD
in US-Dollar
Quartal Umsatz Nettogewinn/
-verlust
1/00 1.092 Mio. 189 Mio.
2/00 1.170 Mio. 207 Mio.
3/00 1.210 Mio. 408 Mio.
4/00 1.175 Mio. 178 Mio.
1/01 1.190 Mio. 125 Mio.
2/01 985 Mio. 17,4 Mio.
3/01 766 Mio. -187 Mio.
4/01 952 Mio. -15,8 Mio.
1/02 902 Mio. -9,2 Mio.
2/02 600 Mio. -185 Mio.
3/02 508 Mio. -254 Mio.
4/02 686,4 Mio. -853,7 Mio.
1/03 714,6 Mio. -146,4 Mio.
2/03 645 Mio. -140 Mio.
3/03 954 Mio. -31 Mio.
4/03 1.206 Mio. 43 Mio.
1/04 1.236 Mio. 45 Mio.
2/04 1.262 Mio. 32 Mio.
3/04 1.239 Mio. 42,8 Mio.
4/04 1.264 Mio. -29,96 Mio.
1/05 1.227 Mio. -17,0 Mio.
2/05 1.260 Mio. 11,0 Mio.
3/05 1.523 Mio. 76,0 Mio.
4/05 1.840 Mio. 95,6 Mio.
1/06 1.330 Mio. 185 Mio.
2/06 1.220 Mio. 88,8 Mio.
3/06 1.327 Mio. 134,5 Mio.
4/06 1) 1.773 Mio. -574 Mio.
1/07 1.233 Mio. -611 Mio.
2/07 1.309 Mio. -600 Mio.
3/07 1.632 Mio. -396 Mio.
4/07 1.773 Mio. -1.772 Mio. 2)
1/08 1.505 Mio. -358 Mio. 3)
2/08 1.349 Mio. -1.189 Mio.
3/08 1.585 Mio. -69 Mio.
4/08 1.162 Mio. -1.424 Mio.
1/09 1.177 Mio. -416 Mio.
2/09 1.184 Mio. -330 Mio. 4)
3/09 1.396 Mio. -128 Mio.
4/09 1.646 Mio. 1.181 Mio. 5)
1/10 1.574 Mio. 257 Mio.
2/10 1.653 Mio. -43 Mio.
3/10 1.620 Mio -118 Mio.
4/10 1.650 Mio. 375 Mio.
1/11 1.610 Mio. 510 Mio. 6)
2/11 1.574 Mio. 61 Mio.
3/11 1.690 Mio. 97 Mio.
4/11 1.690 Mio. -177 Mio.
1/12 1.590 Mio. -590 Mio.
1) Anteil des ATI-Umsatzes: 398 Mio. US-Dollar. Im Nettoverlust sind u. a. 550 Mio. US-Dollar Kosten durch die Übernahme des Grafikchipherstellers enthalten.
2) Enthält einmalige Belastungen von 1.675 Millionen US-Dollar aus einer Wertberichtigung der ATI-Übernahme.
3) Enthält einmalige Belastungen von 50 Millionen US-Dollar durch die ATI-Übernahme
4) Enthält Einmalgewinne aus dem Verkauf abgeschriebener Vermögenswerte.
5) Enthält Zahlungen aus dem Vergleich im Rechtsstreit mit Intel
6) mit Neubewertung der Globalfoundries-Anteile

(jk)

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