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AMD verkauft jetzt auch Intel-Server

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SeaMicro SM10000: Noch mit Intel-Chips.

(Bild: SeaMicro)

Rory Read, der neue AMD-Chef, macht Druck: Für 334 Millionen US-Dollar übernimmt AMD die kleine Firma SeaMicro, die mit extrem dicht gepackten Servern Aufsehen erregte. Derartige Micro-Server mit sparsamen x86- und ab 2014 wohl auch ARM-Prozessoren sind für boomende Internet-Dienstleister wie Facebook gedacht. Bisher setzte SeaMicro ausschließlich auf Intels Atom und Xeon, doch damit dürfte es bald vorbei sein: AMD fertigt schon jetzt besonders sparsame Opterons wie den 4256 EE, der acht x86- beziehungsweise x64-Rechenkerne mit lediglich 35 Watt TDP versorgt. Außerdem hat das Unternehmen die C-, E- und G- Prozessoren mit sparsamerer Bobcat-Mikroarchitektur im Programm, die bisher noch nicht in den Servern der großen Hersteller laufen.

Für eine Übergangszeit bedeutet die SeaMicro-Übernahme freilich, dass AMD Intel-Prozessoren verkauft, denn schließlich hat SeaMicro bereits drei Server-Baureihen mit Atoms und Xeons im Angebot, die unter anderem auch Dell anbietet. SeaMicro setzt dabei auf proprietäres Know-how: Die einzelnen Prozessoren sind untereinander und mit den Storage- und Netzwerk-Schnittstellen über ein PCI-Express-verwandtes "Fabric" verknüpft, das hohe Datentransferraten bei niedrigem Energie- und Platzbedarf liefert. So schafft es SeaMicro beim SM10000-64HD etwa, 384 Atom N570 auf 10 Rack-Höheneinheiten unterzubringen, also bis zu 3072 x64-Cores in einem einzigen 42-HE-Schrank. (ciw)