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AMD verkündet CPU-Pläne bis 2013

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Die am Dienstagmorgen verkündeten Detailinformationen zu den beiden Bobcat-APUs Ontario und Zacate waren nur Vorboten, an Abend breitete Chiphersteller AMD im Silicon Valley dann seinen Prozessor-Fahrplan bis 2013 aus. Dabei kamen CPU-GPU-Kombiprozessoren, im AMD-Jargon Accelerated Processing Units (APUs) genannt, ebenso zur Sprache wie kommende Generationen der Bulldozer-Kerne für Server und High-End-Desktop-PCs.

Die von TSMC mit 40-nm-Strukturen gefertigten Mobilprozessoren Ontario und Zacate würden bereits seit dieser Woche an PC-Hersteller ausgeliefert, verkündete CEO Dirk Meyer zunächst voller Stolz. AMD sieht sich also gut im Zeitplan. Auch die Llano-APU wurde vorgeführt und Meyer betonte abermals, dass die Auslieferung dieser für Mittelklasse-Notebooks und Desktop-PCs gedachte Kombiprozessoren noch in der ersten Jahreshälfte 2011 beginnen soll. Für High-End-Desktop-PCs ist weiterhin der Zambezi-Prozessor mit Bulldozer-Kernen eingeplant; die ersten Server-Prozessoren mit Bulldozer-Kernen soll es im dritten Quartal 2011 zu kaufen geben, den Zambezi eher etwas später.

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Notebook-Roadmap

2012 will AMD die Notebook-APU Trinity mit Bulldozer-Kernen und DirectX-11-Grafik auf den Markt bringen. Für Netbooks und dünne Notebooks kommen dann Krishna und Wichita aus der 28-Nanometer-Produktion, wohl von Globalfoundries. (Bild: AMD)

Erstmals äußerten sich AMD-Manager öffentlich zu neuen Versionen von Bulldozer, Bobcat und zu ersten APUs mit Bulldozer-Kernen. Alle diese Produkte sollen 2012 kommen. Für Mittelklasse-Notebooks und Desktop-PCs werden dann erste APUs mit Bulldozer (Trinity) erscheinen, gefertigt mit 32-Nanometer-Strukturen. Server-Bulldozer der zweiten Generation werden bis zu 20 (Terramar/G34) beziehungsweise 10 Kerne (Sepang/C32) besitzen. Für Netbooks und Billigst-PCs sind die "erweiterten" Bobcat-APUs Krishna und Wichita mit zwei bis vier Kernen gedacht, die AMD – dann sicherlich bei Globalfoundries statt bei TSMC – mit 28-Nanometer-Strukturen und HKMG-Technik fertigen lassen will.

Bei den Servern plant AMD nicht so bald eine Einführung von APUs, hält aber "Fusion" – also die enge Verzahnung von CPU und GPU, auch für GPGPU-Applikationen – für sehr bedeutend. Weiterhin bekennt sich AMD zu den GPGPU-Standardschnittstellen OpenCL und DirectCompute, während aber Nvidia mit der eigenen CUDA-Technik in Supercomputern sehr erfolgreich ist. 2013 plant AMD jedenfalls den "Next-Generation Bulldozer", 2012 kommt zuvor ein verbesserter Bulldozer-Kern.

AMD präsentierte sich gut gerüstet für die Zukunft, doch zuletzt hatte die Firma wieder zwei Verlustquartale verbucht. Auch der Marktanteil hat sich trotz Einführung neuer Produkte kaum verändert. In der Frage-und-Antwort-Sitzung bohrten Analysten diesbezüglich nach, und Meyer zeigte sich auch "enttäuscht", denn beispielsweise habe man im Server-Bereich mit den Magny-Cours-Opterons mehr erwartet. Doch die Server-Hersteller hätten Opteron-6100- und Opteron-4100-Maschinen erst vergleichsweise spät auf den Markt gebracht. Und der Vorstellungstermin der neuen Mobilprozessoren habe zeitlich sehr kurz vor dem Beginn des Nachfrageschwunds im PC-Markt gelegen.

Einige Fragen gab es auch zu Tablets. Meyer betonte als erstes, dass eine gewisse Kannibalisierung des Mini-Notebook- beziehungsweise Netbook-Marktes durch Tablets zu erwarten sei; damit will er wohl andeuten, dass es aus Sicht von AMD egal ist, ob die Prozessoren nun in Netbooks oder Tablets stecken. Bisher allerdings gebe es ja ohnehin noch fast keine Tablets mit x86-Prozessoren, weil das iPad (mit Apple-A4-CPU, einem ARM-SoC) praktisch das einzig nachgefragte Gerät sei. Man werde aber eines Tages spezielle Tablet-Prozessoren anbieten, jedoch arbeiteten schon jetzt einige Firmen an Tablet-Designs mit AMD-Chips – möglicherweise würden solche schon "früh im kommenden Jahr" erscheinen. Intel will den "Oak Trail"-Atom für Tablets Anfang 2011 vorstellen, dann ungefähr soll auch Windows 7 auf Tablets erscheinen. (ciw)