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AMD verkündet Details zur nächsten Mobilprozessor-Generation

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AMD Puma: Ein Prototyp läuft schon.

Vor rund einem Jahr hatte der AMD-CTO Phil Hester für "Mitte 2007" einen komplett neuen AMD64-Prozessor speziell für Notebooks angekündigt; Ende Mai kommen nun aber zunächst einmal die 65-Nanometer-Turions. Erst in der ersten Hälfte kommenden Jahres soll dann der Doppelkern Griffin erscheinen, der zusammen mit dem Chipsatz RS780 (der dann etwa AMD M780 heißen könnte) die Mobil-PC-Plattform Puma bildet. Für ihre aktuelle Notebook-Technik (Turion 64 X2/AMD M690) benutzt AMD übrigens den Codenamen Kite.

Griffin ist der erste von AMD speziell für Notebooks optimierte Prozessor; die bisherigen AMD-Mobilprozessoren sind wesentlich enger mit den Desktop-PC- und Serverprozessoren verwandt. Griffin vereint Elemente der kommenden Quad-Core-Generation K10 mit der aktuellen K8-Technik: Während in den beiden Rechenkernen – anders als bisher vermutet – grundsätzlich noch K8 steckt, allerdings mit größeren L2-Caches als bei den bisherigen Turions, stammt die integrierte "Northbridge" – also Crossbar-Switch, DDR2-Speichercontroller und HyperTransport-3.0-Anbindung – vom K10 ab. Ein Shared L3-Cache, wie ihn Barcelona-Opterons und Phenoms haben sollen, fehlt zwar, doch kann die Northbridge mit einer anderen Versorgungsspannung und deshalb unabhängig von den beiden Kernen arbeiten (Split Power Plane). Außerdem können auch die beiden Kerne jeweils eine eigene Spannungsversorgung haben (anders als bisherige x86-Mehrkernprozessoren), sodass sich sowohl Taktfrequenz als auch Kernspannung unabhängig voneinander justieren lassen.

Die unabhängige Versorgung der CPU-Kerne und der integrierten Northbridge soll wesentlich genügsamere Stromsparmodi ermöglichen als bei bisherigen AMD64-Mobilrechnern. Zum Stromsparen soll auch der RS780-Chipsatz mit integrierter Direct3D-10-GPU beitragen, der nicht nur selbst sparsam arbeiten, sondern wie bereits der M690 separate Speicherchips als "Local Frame-Buffer" (LFB) anbinden kann. Dadurch spart sich der Grafikprozessor Zugriffe auf den Hauptspeicher des Notebooks, der ja bei AMD64 über den Speichercontroller in der CPU angebunden ist.

Der RS780 soll – wie auch ein bereits Ende 2007 erwarteter Chipsatz für Desktop-PC-Mainboards mit Fassung AM2+HyperTransport 3.0 nutzen und PCI Express 2.0 bringen. PCIe 2.0 unterstützt AMD dabei nicht nur – wie Intels kommender X38 – beim PEG-Port für die Grafikkarte, sondern zusätzlich an 4 weiteren PCIe-x1-Ports. Eine neue Southbridge (SB700) bringt kleinere Verbesserungen wie zusätzliche USB-Ports, doch es kann auch weiterhin die SB600 zum Einsatz kommen. Die SB700 soll NAND-Flash-Speicherchips für die ReadyBoost- und ReadyDrive-Funktionen von Windows Vista direkt anbinden, AMD nennt das HyperFlash und verspricht mehr Performance als bei Intels Turbo Memory.

Unter dem Namen PowerXPress soll der RS780 die Vorzüge integrierter (Sparsamkeit) und diskreter (Performance) 3D-Grafikbeschleuniger vereinen können: Entsprechend bestückte Notebooks sollen (ohne Neustart) zwischen den beiden Betriebsmodi wechseln, um lange Akkulaufzeiten und hohe Grafikleistung bei Netzbetrieb zu kombinieren.

Auch HyperTransport 3.0 soll genügsam mit Energie umgehen können, nämlich indem die Hardware (wie bei PCIe) dynamisch die Zahl der parallel genutzen Signalleitungen an die Datentransferleistung anpasst (Dynamic Link Width) und die Frequenz variiert (Dynamic Link Frequency). Laut AMD soll die Puma-Plattform viele solcher Stromspar-Funktionen autonom erledigen, also ohne Eingriff durch das Betriebssystem.

AMD konnte zwar schon ein Griffin/Puma-Testsystem zeigen, verriet aber weder Details zur Leistungsaufnahme noch Benchmark-Ergebnisse. Immerhin sollen Puma-Notebooks potenziell noch länger laufen als Kite-Laptops, für die AMD bis zu 5 Stunden Akkulaufzeit verspricht – das hängt aber vor allem von der Hardware-Ausstattung und der Sorgfalt der Gerätehersteller ab.

Große Performance-Sprünge sind von Griffin angesichts der nur wenig aufgefrischten K8-Kerne kaum zu erwarten, doch höhere Taktfrequenzen, die größeren Caches, der schnellere Speichercontroller und ein leistungsfähigerer Crossbar-Switch (der die beiden Kerne mit dem Speichercontroller und dem HT-3.0-Link verknüpft) sollten durchaus die Rechenleistung steigern. Im ersten Halbjahr 2008 tritt AMD im Mobil-Bereich aber nicht mehr gegen Intels jüngste Santa-Rosa-Plattform an, sondern gegen Montevina: Penryn-Mobilprozessoren mit bis zu 6 MByte L2-Cache und weiteren Optimierungen kooperieren hier mit dem Chipsatz Cantiga, der einen DDR3-SDRAM-Speichercontroller mitbringt und eine optimierte NAND-Flash-Anbindung (Robson 2.0). (ciw)