Menü

AMD verlängert Kooperation mit IBM bis 2015

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 20 Beiträge
Von

Laut einer Mitteilung (PDF-Datei) an die US-Börsenaufsicht (SEC) haben die Kooperationspartner AMD und IBM die Laufzeit ihres Abkommens über die gemeinsame Entwicklung von (Halbleiterchip-)Fertigungstechnik bis zum Ende des Jahres 2015 verlängert. Im Dezember 2002 hatten AMD und IBM ein umfangreiches Kooperationsabkommen geschlossen, das sie im Januar 2003 öffentlich verkündeten.

Im Jahr 2002 hatte AMD mit erheblichen Verzögerungen bei der Einführung neuer Produkte zu kämpfen, so wurde etwa die ursprünglich von IBM entwickelte Silicon-on-Insulator-(SOI-)Technik nicht – wie zuvor angekündigt – bereits für den Athlon-XP-Kern namens Barton genutzt, sondern erst für die im April 2003 eingeführten AMD64-Prozessoren. Seit Ende Januar 2003 arbeiten nun AMD-Mitarbeiter im IBM-Chipentwicklungszentrum East Fishkill (US-Bundesstaat New York); das Kooperationsabkommen wurde seither mehrfach erweitert.

Ursprünglich hatten AMD und IBM 2003 eine Kooperation für 65-nm-Fertigungstechnik verkündet, die ab 2005 für die Großserienproduktion auf 300-mm-Wafern zum Einsatz kommen sollte. Die Partnerschaft wurde im weiteren Verlauf mehrfach verlängert und auf 45-nm- und 90-nm-Technik sowie die 32-nm-Technik erweitert. Im November 2005 gaben AMD und IBM bekannt, ihre Partnerschaft auf die 22-nm-Fertigung und andere Bereiche der Halbleitertechnik auszudehnen und die Laufzeit bis 2011 zu verlängern. Zusammen mit anderen Partnern gingen sie eine Allianz für EUV-Lithografie ein. Im Rahmen der IBM Alliance kooperiert IBM auch mit zahlreichen anderen Firmen bei der Chip-Fertigungstechnik. AMD und IBM sind die beiden größten Kunden des SOI-Wafer-Herstellers Soitec, der nach eigenen Angaben 80 Prozent des SOI-Wafer-Weltmarktes bedient.

Nun hat sich AMD also die IBM-Partnerschaft bis Ende 2015 gesichert; der genaue Vertrag und die Höhe der Zahlungen sind allerdings geheim. AMD gibt aber bekannt, vierteljährlich eine Entwicklungsgebühr (Development Fee) an IBM zu überweisen sowie zusätzlich separate Lizenzgebühren "für Hintergrund-Know-how" zu zahlen.

Der Kooperationsvertrag (Participation Agreement), den AMD als vertraulichen Anhang des Quartalsberichts für das laufende, dritte Geschäftsquartal im Oktober der SEC übermitteln will, enthält auch eine Kündigungsklausel. Demnach kann jeder der beiden Partner unter Angabe von Gründen kündigen; ausdrücklich erwähnt werden Insolvenz oder Liquidation der jeweils anderen Firma sowie ein Besitzerwechsel (Change of Control), der im vollständigen Vertrag genauer definiert wird. (ciw)