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AOL-Mitarbeiter wegen Verkaufs von Kundendaten verhaftet [Update]

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Spammers Paradise: Dort müssen sich die Versender von Werbemails gewähnt haben, als sie auf einen AOL-Mitarbeiter stießen, der ihnen Daten von Online-Nutzern verkaufen wollte. Insgesamt 92 Millionen Namen von amerikanischen AOL-Nutzern einschließlich E-Mail-Adresse und teilweise persönlicher Daten wie Telefonnummer, Wohnort oder Informationen über Kreditkartengesellschaften soll ein 24-jähriger AOL-Mitarbeiter an Spammer verhökert haben. Nach Aussagen von AOL waren davon keine sensiblen Daten wie Kredikartennummern oder Passwörter betroffen; deutsche AOL-Kunden sind von dem Vorfall nicht betroffen, betonte Tobias Riepe von AOL Deutschland.

Der Mann habe sich Zugang zu den AOL-Kundenlisten mit dem Passwort eines Kollegen verschafft und die Listen an einen Adresshändler verkauft, erklärte AOL. Der Adressbroker gab sie für 52.000 US-Dollar dann an Spammer weiter -- diese dürften hoch erfreut gewesen sein, handelte es sich dabei doch um bei Spammern äußerst begehrte qualifizierte Adressen, deren E-Mail-Accounts als korrekt und in Betrieb bekannt sind. Offensichtlich waren die Listen so begehrt, dass der Adresshändler nach dem ersten Verkauf im Mai 2003 dem AOL-Mitarbeiter noch einmal 100.000 US-Dollar für eine aktualisierte Liste zahlte, heißt es zudem in der New York Times.

Beide Männer wurden nun in den USA verhaftet. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, gegen das neue US-Gesetz gegen Spam (CAN-SPAM-Act) verstoßen zu haben. Den beiden Beschuldigten droht bei Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe ab 25.000 US-Dollar. Aufgedeckt wurde der Fall nach Angaben von AOL von dem Online-Dienst selbst, als man Untersuchungen für Klagen gegen Spammer anstellte. Dabei sei man auf einen Informanten gestoßen, der behauptete, E-Mail-Adressen von einem AOL-Insider gekauft zu haben. AOL hatte gerade erst zusammen mit Microsoft und Yahoo in der Anti-Spam Technical Alliance ein entschlosseneres Auftreten gegen Spam gefordert; die drei Firmen haben zudem eine vorsichtige Annäherung ihrer verschiedenen technischen Initiativen zur Bekämpfung von Spam begonnen. (jk)