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AOL filtert Verbindungen auf SMTP-Port 25

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Am vergangenen Wochenende hat der Zugangsprovider AOL eine wichtige Neuerung für deutsche Kunden eingeführt: Ausgehende Verbindungen auf dem SMTP-Standardport 25 leitet der Anbieter künftig zwangsweise über einen Proxy. Jede Nachricht, die Kunden aus dem AOL-Netzwerk via SMTP auf einem fremden Mail-System absetzen wollen, scannt der Provider auf Spam-, Wurm- und Viren-Merkmale.

Wird eine Mail beispielsweise für Spam gehalten, erhält der Kunde die Bounce-Nachricht "AOL has identified this mail to be unsolicited bulk email", verbunden mit dem Hinweis auf die Policy. Laut AOL-Sprecher Tobias Riepe soll die Maßnahme insbesondere dazu dienen, Viren- und Wurm-infizierten Rechnern die Möglichkeit zu nehmen, über SMTP Werbemüll oder Schädlinge aus dem AOL-Netz heraus weiter zu verbreiten.

Obwohl AOL nach eigenen Angaben allen größeren Mail-Providern die Proxy-Einführung angekündigt hat, gibt es offenbar nun vereinzelt Probleme mit der Zustellung. GMX-Kunden klagen etwa darüber, dass die Server des Mail-Providers SMTP-Verbindungen mit dem AOL-Proxy ablehnen. E-Mail-Clients erhalten die Antwort: "The recipient does not accept mails from 'gmx.de' over foreign mailservers".

GMX-Sprecher Marcus Kast teilte heise online mit, man sei "über den Vorfall im Bilde. Bisher gab es bei unseren Support-Hotlines dazu jedoch keine besonderen Nachfragen." Man empfehle betroffenen AOL-Kunden, in diesem Fall auf den Message-Submission-Port 587 auszuweichen, der von AOL nicht gefiltert wird. Dies entspricht auch der Ausweichempfehlung von AOL selbst. Allerdings nehmen längst nicht alle Mail-Provider Nachrichten auf diesem Port entgegen; und längst nicht jeder Mail-Client ermöglicht es, den SMTP-Port frei zu wählen. Diesbezügliche Probleme von AOL-Kunden sind aber bisher nicht bekannt. (hob)