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AOL hält Urteil zur Großhandelsflatrate für herben Rückschlag

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Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster, die Telekom vorerst von der Verpflichtung zum Angebot einer Großhandelsflatrate zu entbinden, stößt bei den Internet-Providern auf Kritik. So nannte AOL-Chef Uwe Heddendorp das Urteil einen "herben Rückschlag für die erfolgreiche Entwicklung des Internet in Deutschland und für die Verbraucher." Er forderte in einer ersten Stellungnahme die "Deutsche Telekom nachdrücklich auf, endlich ihre Blockadehaltung aufzugeben und den Weg für Deutschlands Flatrate-Zukunft frei zu machen". Heddendorp sieht auch die Bundesregierung in der Pflicht: Sie bleibe "weiterhin gefordert, sich für eine kostenbasierte Großhandelsflatrate einzusetzen, damit Deutschland nicht Gefahr läuft, im Internet weit hinter Länder wie Großbritannien oder Frankreich zurückzufallen, die sich bereits klar für eine Flatrate-Zukunft ausgesprochen haben."

Dass die Entscheidung des Gerichtes auch auf die Einstellung der T-Online-Flatrate zurückzuführen ist, findet AOL bezeichnend. AOL-Sprecher Jens Nordlohne meinte gegenüber heise online: "Erst macht die Telekom über T-Online mit einem Billig-Angebot den Flatrate-Markt kaputt und löst das große Flatrate-Sterben aus, dann ziehen sie das Angebot wieder vom Markt. Es scheint, als wenn die Rücknahme reine Taktik im Hinblick auf die Entscheidung der RegTP gewesen sei."

AOL will trotz der Entscheidung auch "weiterhin für erschwingliche Internet-Flatrates kämpfen". Bleibt die Frage, ob das Kämpfen für die Flatrate auch weiter das Anbieten der AOL-Flatrate für 78 Mark umfasst: In der letzten Zeit hatte es Vermutungen gegeben, dass AOL als letzter bundesweiter Anbieter in dieser Preisklasse die Gebühren für die Flatrate erhöhen oder sie gar ganz einstellen könnte. Bislang ist von tatsächlichen Änderungen des Tarifs jedoch nichts bekannt. (axv)