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AOL stopft Kopierschutz-Loch von Winamp

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AOL will ein Kopierschutz-Loch seines Medien-Players Winamp stopfen, mit dem es möglich ist, DRM-geschützte Musikdateien in andere Formate zu konvertieren. So hatten Anwender herausgefunden, wie sie mit Hilfe des an sich nicht illegalen Winamp-Plug-ins "Output Stacker" DRM-geschützte Dateien in andere ungeschützte Formate wie WAV oder MP3 konvertieren konnten und dies über Blog-Meldungen im Internet verbreitet.

Dass DRM-geschützte Musik während des Abspielens neu aufgenommen werden kann, ist ein schon länger bekanntes Loch im Digital Rights Management. Dies wurde bisher jedoch toleriert, da das Mitschneiden nur in Echtzeit möglich war und die Tag-Informationen verloren gingen, was den Kopiervorgang zu einer aufwändigen Angelegenheit machte.

Die Konvertierung mittels Winamp kann jedoch deutlich beschleunigt werden, da die Musik nicht über die Soundkarte redigitalisiert wird und es somit möglich ist, mehrere Prozesse gleichzeitig zu starten und komplette Alben innerhalb kürzerer Zeit zu konvertieren. So können die Anwender beispielweise während der 14tägigen kostenlosen Testphase des Musikmietdienstes Napster deren DRM-geschützte WMA-Dateien auf Dauer und ohne weitere Nutzungsrestriktionen auf ihre Festplatte bannen, ohne die fällige Mietgebühr von 15 Euro pro Monat zu bezahlen.

AOL hat das dafür nötige Winamp-Plug-in inzwischen von seiner Webseite entfernt. Über einen vorläufigen Patch, der über die Auto-Update-Funktion automatisch installiert wird, soll die Möglichkeit, DRM-geschützte WMA-Dateien abzuspielen, zunächst komplett abgeschaltet werden. In einer späteren Winamp-Version soll dies wieder rückgängig gemacht werden - allerdings erst, wenn sichergestellt ist, dass keinerlei Plug-ins DRM-geschützte Streams mitschneiden können. (hag)

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