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AOL und Lotus testen Serververbindung für Instant Messaging

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Anfang der Woche haben AOL und Lotus in gleich lautenden Pressemitteilungen angekündigt, eine serverseitige Verbindung zwischen dem AIM (AOL Instant Messenger) und der Instant-Messaging- und Konferenz-Software Lotus Sametime über SIMPLE (Session Initiation Protocol for Instant Messaging and Presence Leveraging) zu testen. Was an sich gar keine besondere Mitteilung ist, da AOL und Lotus schon länger Partner sind, bekommt durch politische Hintergründe seine eigentliche Bedeutung: AOL reagiert damit offensichtlich auf eine Forderung der Federal Communications Commission, AIM kompatibel mit Instant-Messaging-Angeboten der Konkurrenten zu machen.

Auch wenn AOL betont, Lotus wegen der Kompetenz in diesem Bereich ausgewählt zu haben, könnte für AOL vor allem interessant sein, dass Lotus im engeren Sinne gar nicht mit AOL konkurriert. Die Firmen sind durch eine langjährige Partnerschaft verbunden: So enthielt bereits der erste Sametime Connect Client das AIM-Protokoll. Damit können sich Sametime-Anwender parallel auch bei AOL anmelden und unterhalten damit zwei parallele Verbindungen zu zwei unterschiedlichen Servern. Darüber hinaus hatte Lotus auch bei der Einführung von Notes R5 eine Partnerschaft mit AOL genutzt, um auf dem Notes Welcome Screen ein in Design und Layout angepasstes Angebot einzubauen.

Bislang gibt es nur wenige Instant Messenger, die direkt mit dem AIM-Service funktionieren, darunter Imici und Jabber. Jabber unterhält dabei eine Verbindung vom Client, Imici eine vom Server. Microsofts Messenger wurde von AOL wiederholt ausgebremst, um eine Nutzung des AIM-Services durch Microsoft zu vereiteln.

Bislang ist der Protokoll-Wirrwarr vor allem für den Anwender ärgerlich. Wenn sich Instant Messaging als universelles Tool durchsetzen soll, müssen sich die Anbieter zusammenraufen und ein gemeinsames Protokoll unterstützen. Es wird wohl weder Microsoft noch AOL gelingen, alle Kunden im eigenen Produkt einzusperren. (Volker Weber) (jk)

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