AOL will bis zu 5000 Stellen streichen

In der Folge der Umstrukturierung bei AOL verlieren bis zu einem Viertel der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz.

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Von
  • Jürgen Kuri

Der amerikanische Online-Dienst AOL will in den nächsten sechs Monaten weltweit bis zu 5000 Arbeitsplätze streichen. Das entspricht rund einem Viertel aller Beschäftigten. Die Arbeitnehmer seien am Donnerstag über die personellen Veränderungen unterrichtet worden, hieß es in US-Medien.

Gerade eben hatte der weltgrößte Medienkonzern Time Warner für seine Online-Sparte eine umfassende Neuausrichtung angekündigt, nachdem es im zweiten Quartal 2006 erneut einen deutlichen Kundenschwund gegeben hatte. In Europa soll das Internet-Zugangsgeschäft verkauft werden. AOL beschäftigt in Europa derzeit 3000 Menschen; die Stellenreduzierungen bei AOL sollen auch dadurch zustande kommen, dass einige dieser Mitarbeiter durch den Verkauf des Breitbandgeschäfts zu anderen Firmen wechseln. Der neue Besitzer könnte diese Stellen aber erhalten, macht AOL USA den Beschäftigen in Europa Hoffnung.

AOL will den Nutzern mit Breitbandanschlüssen zukünftig E-Mail- und andere Internetdienstleistungen kostenlos zugänglich machen. Damit will AOL alte Kunden bei der Stange halten, abgewanderte zurückholen und neue hinzugewinnen. AOL hofft, damit die Online-Werbeeinnahmen steigern zu können, mit denen Google und Yahoo viel Geld verdienen.

AOL hatte in den USA zum Quartalsende nur noch 17,7 Millionen Nutzer oder 3,1 Millionen weniger als vor einem Jahr. In Europa hatte AOL noch 5,6 Millionen Nutzer und hat dort innerhalb von Jahresfrist 571.000 Kunden verloren. (jk)