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API fällt weg: Chrome 80 soll Adblocker einschränken

Google will in seinem Webbrowser Chrome künftig Adblocker einschränken. Die Schnittstellenänderung soll mit Version 80 kommen.

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(Bild: achinthamb/Shutterstock.com)

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Mit Chromes Version 80 weist Google Adblocker in die Schranken, das kann man in der Entwicklerversion Chrome Canary bereits sehen. Noch befindet sich der Webbrowser mit der Schnittstellenänderung in einem Alpha-Stadium, im kommenden Jahr dürfte die stabile Version erscheinen.

Chrome sowie die Open-Source-Variante Chromium sollen ohne webRequest API auskommen. Die Plug-in-Schnittstelle wird von Werbe- und Trackingblockern genutzt. Stattdessen gibt es das declarativeNetRequest API – der Browser selbst filtert dann die Elemente, was jedoch auf 150.000 beschränkt ist. Beliebte Blocker wie Ublock Origin oder Adblock Plus nutzen Listen zum Filtern, die den künftig erlaubten Umfang deutlich übersteigen.

Hintergrund ist das "Manifest V3", das Google im Sommer veröffentlicht hat und da bereits großen Unmut provozierte. In dem Planungsdokument beschreibt das Unternehmen, welche Erweiterungen und Funktionen möglich sind – oder eben auch nicht mehr möglich sein werden. Erweiterungen sollen künftig Browseranfragen nämlich nur noch lesen, aber nicht mehr blockieren oder auch modifizieren können. Zunächst hieß es zudem, es solle nur noch bis zu 30.000 Filterregeln geben, die Zahl wurde jetzt angehoben.

Chromium wird von vielen alternativen Browsern eingesetzt, sie dürften ebenfalls betroffen sein. Mozilla, Brave, Vivaldi und Opera haben sich aber bereits gegen Googles Pläne ausgesprochen, APIs für Adblocker sollen bleiben. Der Brave-Browser hat einen integrierten Adblocker, der erst kürzlich neu programmiert wurde und besonders effizient sein soll. Der Verdacht liegt nahe, dass Google – als werbefinanziertem Unternehmen – eher an einem schwachen Filter gelegen ist. (emw)